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Palmsonntag (B) 2021

 

Worte, die viele, viele Jahre vor dem Leidensweg Christi auf Erden niedergeschrieben wurden, mögen uns durch diese heiligen Karwoche begleiten.
Der Prophet hat eine Vision von etwas Kommendem.
Sie wird Wirklichkeit in Jerusalem, als Jesus von Nazareth auf grausame Weise zum Tode verurteilt wird und den Weg zur Auferstehung geht.
Es ist ein Lied voller Tiefen und Höhen, voller Elend und Kraft,
genannt wird es das vierte Lied vom Gottesknecht (Jesaja 52/53).

13 „Siehe, mein Knecht wird Erfolg haben,
er wird sich erheben und erhaben und sehr hoch sein.“

 

14 Wie sich viele über dich entsetzt haben –

so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch,

seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen –,

15 so wird er viele Nationen entsühnen,

Könige schließen vor ihm ihren Mund.

Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, 

das sehen sie nun;

was sie niemals hörten,

das erfahren sie jetzt.

Wer hat geglaubt, was wir gehört haben? 
Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbar?

Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross,
wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden.

Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
sodass wir ihn anschauen mochten.

Er sah nicht so aus,
dass wir Gefallen fanden an ihm.

Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen,
mit Krankheit vertraut.

Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.

Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.

Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.

Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen,
wegen unserer Sünden zermalmt.

Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm,
durch seine Wunden sind wir geheilt.

 

Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.

Doch der Herr ließ auf ihn treffen
die Schuld von uns allen.

Er wurde bedrängt und misshandelt,
aber er tat seinen Mund nicht auf.

Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt,
und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt,
so tat auch er seinen Mund nicht auf.

Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?

Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen.

Bei den Frevlern gab man ihm sein Grab
und bei den Reichen seine Ruhestätte,

obwohl er kein Unrecht getan hat
und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.

10 Doch der Herr hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten.

Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt,

wird er Nachkommen sehen und lange leben.

Was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen.

11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.

 

„Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.

12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen
und mit Mächtigen teilt er die Beute,

weil er sein Leben dem Tod preisgab
und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.

Er hob die Sünden der Vielen auf
und trat für die Abtrünnigen ein.“

 

Es ist ein Gesang auf das große Werk der Erlösung: Der HERR selbst spricht!
Gott, der Herr, der Vater spricht über Seinen Sohn:

13 „Siehe, mein Knecht wird Erfolg haben,
er wird sich erheben und erhaben und sehr hoch sein.“

 

„Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht;
er lädt ihre Schuld auf sich.

12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen
und mit Mächtigen teilt er die Beute,

weil er sein Leben dem Tod preisgab
und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.

Er hob die Sünden der Vielen auf
und trat für die Abtrünnigen ein.“

 

Der Herr umarmt diese Welt mit Seinem Erbarmen!
Er sendet Seinen eigenen Sohn, ‚mein Knecht‘, und gibt Ihn dem Tode preis.
Kennen wir nicht dieses Gleichnis, das Jesus selbst einst erzählte (Mt 21,33ff.), vom Hausherrn, der einen Weinberg pflanzte, und seine Knechte zu den Pächtern sandte, um seine Früchte in Empfang zu nehmen. Die Knechte aber wurden geschlagen, gesteinigt und sogar getötet. Schließlich sandte der Hausherr seinen  eigenen Sohn, den Erben. Die Pächter aber ergriffen ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn.

Der Prophet aber kündigt an: Mein Knecht wird Erfolg haben!

Worin aber liegt der Erfolg? – Wird der Herr Erfolg haben?
Wird Gott Gehör finden? Wird man seiner Offenbarung trauen?

Der Anfang ist schwach und klein; wir denken daran, was in Nazareth und Betlehem sich zutrug:

Wer hat geglaubt, was wir gehört haben? 
Der Arm des Herrn – wem wurde er offenbar?

Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross,
wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden.

 

Der Weg, den der Herr einschlägt, ist alles andere als für Menschen attraktiv:

14 Wie sich viele über dich entsetzt haben –

so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch,

seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen –,

15 so wird er viele Nationen entsühnen,

Könige schließen vor ihm ihren Mund.

Denn was man ihnen noch nie erzählt hat, 

das sehen sie nun;

was sie niemals hörten,

das erfahren sie jetzt.
So wird es den Menschen gegangen sein, die diesen Mann in den Gassen von Jerusalem ein Kreuz tragen sahen.
Sie sehen einen Menschen voller Krankheit und Schmerz:

Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
sodass wir ihn anschauen mochten.

Er sah nicht so aus,
dass wir Gefallen fanden an ihm.

Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen,
mit Krankheit vertraut.

Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.

Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.

 

Durch die Straßen von Jerusalem ging einer, der von Gott bestraft schien.
Die Strafe für Vergehen, für Sünden, für Verirrung und Schuld:

Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt.

 

Große Ernüchterung kommt über den Propheten. Hier wird sichtbar das böse Schicksal der Menschen, jedes Menschen seit Adams Fall. Der Prophet spricht ein großes Schuldbekenntnis:

Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe,
jeder ging für sich seinen Weg.

 

Und die Deutung des Prophet:

Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen,
wegen unserer Sünden zermalmt.

Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm,
durch seine Wunden sind wir geheilt.

 

Die Wunde der Sünde beim Menschen ist tief. Hier nur ist Einer, der diese Wunde heilt, indem Er sich selbst verwunden ließ. Hier ist Einer, der als Opfer-Lamm zur Schlachtbank geführt wird, wie es der Täufer sagt: Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. (Joh 1,29)

Doch der Herr ließ auf ihn treffen
die Schuld von uns allen.

Er wurde bedrängt und misshandelt,
aber er tat seinen Mund nicht auf.

Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt,
und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt,
so tat auch er seinen Mund nicht auf.

Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft,
doch wen kümmerte sein Geschick?

Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten
und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen.

Bei den Frevlern gab man ihm sein Grab
und bei den Reichen seine Ruhestätte,

obwohl er kein Unrecht getan hat
und kein trügerisches Wort in seinem Mund war.

10 Doch der Herr hat Gefallen an dem von Krankheit Zermalmten.
Und nun hören wir den Lohn, den der Vater im Himmel einst verheißen hat, als Jesus aus den Fluten des Jordan emporstieg (Mt 3,17):

Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Wir hören die Stimme des Vaters, der die Fülle des Segens verheißt auf dem Berg der Verklärung (Mt 17,5):

            Dieser ist mein geleibter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; ihn sollt ihr hören.

Wir hören die Stimme des Vaters zum Zeugnis, bevor Jesus seinen Exodus in Jerusalem antritt (Joh 12,28) und verheißt, dass der Vater die Fülle Seiner Herrlichkeit über Seine Schöpfung ausgießen wird:

            Ich habe verherrlicht und ich werde wieder verherrlichen.

Worin aber besteht diese Verherrlichung?

Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt,

wird er Nachkommen sehen und lange leben.
Jesus gibt am Kreuz Sein Leben als Schuldopfer für Viele. Ewiges Leben ist die Frucht vom Baum des Lebens. Das Kreuz ist dieser Baum des Lebens.

Und wenn wir Oster feiern, feiern wir genau dies:

Was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen.

11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht.
Er sättigt sich an Erkenntnis.

 

Das ist der große Trost für uns, bis heute und in Zukunft, bis wir erleben dürfen, dass ER kommt mit Macht und Herrlichkeit:

            Durch seine Wunden sind wir geheilt.

            Er hat unsere Krankheit getragen
            und unsere Schmerzen auf sich geladen.

Der Herr umarmt uns mit Seinem Erbarmen,
unsere Wunden, unsere Krankheiten, unsere Schmerzen.

In der Kraft Seiner Auferstehung!