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Gebet für mich selbst

aus: Klaus Berger, Zölibat, 2010

 

HERR, unser GOTT, Du berufst, wen Du willst und wozu Du willst. Denn Du hast etwas vor mit jedem Einzelnen und mit jeder Einzelnen von uns. Gib mir ein Zeichen, damit ich erkenne, was Du von mir willst.

Ich vertraue darauf, dass das, was Du von mir willst, erkennbar wird an meiner Vorliebe, an dem, was ich am meisten liebe. Denn auch sonst steht ja die Liebe unter allem, was es gibt, Dir am nächsten.

Lass mich auf der Suche nach meiner Vorliebe nicht sparsam und geizig sein, also nicht den Weg des geringsten Widerstandes suchen.

Lass mich vielmehr den Weg finden, der Mut erfordert, der Lust zum Wagnis in der Dunkelheit ist. Denn ich sehe, dass viele so unglücklich sind, weil sie nie über ihren Schatten springen, weil sie sich selbst einmauern in ihren alltäglichen vier Wänden.

Lass mich das Wagnis nicht fürchten und Deine Hand ergreifen. Wenn ich nicht weiterkomme, wenn mir das Wasser bis zum Hals steht.

Ich ahne, dass das Evangelium uns alle überfordert, jeden Einzelnen. Doch wenn ich an meine Grenzen komme, spüre ich dich stärker. Es sind die Grenzen des Schmerzes und der Freude.

Wenn wir nicht mehr können vor Schmerz und wenn wir uns nicht einkriegen vor Seligkeit. Dann bist Du ganz nahe.

An der Grenze des Schmerzes sehen wir dich als den Gekreuzigten vor uns. An den Grenzen der Freude denken wir an den Sieg selbst über den Tod am Ostermorgen.

Führe uns, HERR, durch Ungewissheit und Wagnis an unsere Grenzen. Sei Du dann unsere Stütze und reiner Jubel in unserem Herzen.

Dass wir so oder so Deine Zeugen werden, du unfassbarer, wunderbarer Gott.

Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, unseren HERRN. Amen.