Der Geist macht den Leib lebendig
Bei Paulus lesen wir (Röm 8):
10 Wenn aber Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit. 11 Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Was heißt es aber, dass der Geist unsere sterblichen Leiber lebendig macht? Ist dies als Prozess zu verstehen, der im irdischen Leben beginnt und in der himmlischen Vollendung zum Ziel kommt, oder ist es als ein punktuelles Ereignis zu denken, dass am ‚Jüngsten Tag‘ stattfindet?
Zunächst unterscheidet Paulus beim Menschen: Leib (σῶμα, soma)und Geist (πνεῦμα, pneuma).
Durch Glaube und Taufe wohnt Christus in uns, schon jetzt in dieser für uns gegenwärtigen Welt, die wir mit unserer Zeugung und Geburt betreten und mit dem Tod verlassen werden.
Der Mensch ist nach Paulus eine Einheit von Leib und Geist. Zwar unterliegt der Leib des in Christus neu gewordenen Menschen noch dem Tode, doch der Geist ist „Leben aufgrund der Gerechtigkeit“.
Durch den Glauben ist dieses geschehen (v.2): das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
Es gibt also „das Gesetz der Sünde und des Todes“ (ἀπὸ τοῦ νόμου τῆς ἁμαρτίας καὶ τοῦ θανάτου), unter dem alle Menschen stehen, die durch den Ungehorsam Adams gebunden sind.
Durch die Gnade des Hl. Geistes gibt es aber – ganz neu geschenkt – „das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus“ (νόμος τοῦ πνεύματος τῆς ζωῆς ἐν Χριστῷ Ἰησοῦ), das uns befreit hat aus dem Gesetz des Todes. Wer in Christus ist durch die Geburt von oben (Joh 3,5), in dem hat der Hl. Geist das neue Leben gewirkt.
Jesus ist gekreuzigt worden, er ist aber auferstanden von den Toten. Dies hat der Geist bewirkt; Er hat Jesus „von den Toten auferweckt“. Dieser Geist, der Jesus von den Toten erweckt hat, Er wohnt durch den Glauben in uns.
Die Verheißung ist nun: Dieser Geist wird auch unsere sterblichen Leiber lebendig machen.
Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.
εἰ δὲ τὸ πνεῦμα τοῦ ἐγείραντος °τὸν Ἰησοῦν ἐκ νεκρῶν οἰκεῖ ἐν ὑμῖν, ὁ ἐγείρας Χριστὸν ἐκ νεκρῶν ζῳοποιήσει καὶ τὰ θνητὰ σώματα ὑμῶν διὰ τοῦ ἐνοικοῦντος αὐτοῦ πνεύματος ἐν ὑμῖν. (v.11)
Der Geist wohnt in uns, und dieser in uns wohnende Geist wird (Fut.) lebendig machen. (Einziges Vorkommen dieses Verbes.)
Der Geist ist also Leben und macht lebendig, sowohl unseren menschlichen Geist als auch – in der Zukunft – unseren Leib.
Das Erlösungswerk Christi nach Paulus
Diese Erörterungen sind Teil eines umfassenden Blicks auf das Wirken des Hl. Geistes im Erlösungswerk Jesu Christi, das Paulus so zusammenfasst.
1 Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
Wir müssen also das ‚Gesetz des Lebens‘ und das ‚Gesetz der Sünde unterscheiden. Mit dem Gesetz der Sünde ist offenbar der Zustand des Menschen nach dem ‚Sündenfall‘, nach der Vertreibung aus dem Paradies gemeint. Durch die Sünde des Menschen hatte sich der Mensch die Gemeinschaft mit Gott genommen. Die Erlösung durch und in Christus schenkt uns gnadenhaft diese zurück, und so stehen wir nun unter dem Gesetz des Lebens, das Wirkung des Hl. Geistes ist.
3 Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte, sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches, das unter der Macht der Sünde steht, wegen der Sünde, um die Sünde im Fleisch zu verurteilen; 4 dies tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.
Die Forderung des Gesetzes war die Gerechtigkeit Gottes. Doch dieser Gerechtigkeit konnte der Mensch nicht genügen. Die Erneuerung durch den Hl. Geist setzt den Menschen wieder in die Lage diesem zu entsprechen.
5 Denn diejenigen, die vom Fleisch bestimmt sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht, die aber vom Geist bestimmt sind, nach dem, was dem Geist entspricht. 6 Denn das Trachten des Fleisches führt zum Tod, das Trachten des Geistes aber zu Leben und Frieden. 7 Denn das Trachten des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott; es unterwirft sich nämlich nicht dem Gesetz Gottes und kann es auch nicht. 8 Wer aber vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer aber den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.
‚Fleisch‘ ist demnach jener Zustand des Menschen gemeint, da er nicht mehr dem Gebot der Liebe Gottes entsprechen kann. Der Mensch hat die Herrlichkeit Gottes verloren, die ihm von Anbeginn seiner Erschaffung zugedacht war. Doch sein Sein-wollen-wie-Gott verschloss ihm die Quelle, aus der er lebte, nämlich Gott selbst.
10 Wenn aber Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit. 11 Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.
12 Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder und Schwestern, sodass wir nach dem Fleisch leben müssten. 13 Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben. 14 Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes. 15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!† 16 Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. 17 Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
Hier wird der beständige Kampf beschrieben, dem der erlöste Mensch unterliegt in dieser Welt. Er ist zwar erlöst, er ist eine neue Kreatur in Christus geworden, doch er muss schauen, dass er IN IHM bleibt (Joh 15). Dieser geistliche Kampf macht ihn reifer und lässt den inneren Menschen wachsen, von dem Paulus spricht:
16 Darum werden wir nicht müde; wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, der innere wird Tag für Tag erneuert. 17 Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, 18 uns, die wir nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare blicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig. (2 Kor 4)
Vom ‚inneren‘ und vom ‚äußeren‘ Menschen ist hier die Rede (ἔξω = exo, ἔσω = eso), vom exoterischen Menschen und vom esoterischen, dem nach außen gerichteten und dem nach innen.
16 Er gebe euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit, dass ihr in Bezug auf den inneren Menschen durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. 17 Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet. (Eph 3) (εἰς τὸν ἔσω ἄνθρωπον)
22 Denn in meinem inneren Menschen (κατὰ τὸν ἔσω ἄνθρωπον) freue ich mich am Gesetz Gottes, 23 ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern herrscht. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten? 25 Dank aber sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Es ergibt sich also, dass ich mit meiner Vernunft dem Gesetz Gottes diene, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde. (Röm 7)
Paulus kennt also diese Auseinandersetzung in uns, zwischen dem inneren Menschen, der dem Gesetz des Geistes folgen will, und dem äußeren Menschen, der dem Gesetz der Sünde folgen will. Dies genau ist die Ursache des Leiden, das die ganze Schöpfung betrifft:
18 Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. 19 Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. 20 Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: 21 Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. 23 Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden. 24 Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? 25 Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld. 26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. 27 Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.
Das Leiden dieser Schöpfung wird anhalten, bis Christus in Herrlichkeit kommen wird und den Neuen Himmel und die Neue Erde schenken wird, die von oben kommen. (Offb 21) Dann wird der Tod und alles Leid überwunden sein. (Offb 21,4) Bis dahin hat auch das Leiden einen neuen Sinn. Denn immer dann, wenn wir durch Leiden veranlasst nach dem Beistand des Hl. Geistes rufen, wird er kommen und sich unserer Schwachheit annehmen. Die Schwachheit ist somit ein Weg zur Verwandlung. Wenn wir seufzen, wird der Geist für uns eintreten, immer wieder neu, bis alle ‚Schwachheit‘ und Vergänglichkeit überwunden ist. Dies wird besonders deutlich an unserer Leiblichkeit, der Verendlichungsgestalt der Liebe.
Paulus: Auferweckung des Menschen
An anderer Stelle erörtert Paulus die Frage, wie denn die Menschen auferweckt werden, und zwar in ihrem Leib? (1 Kor 15)
35 Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben? 36 Du Tor! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.
Wir kennen das Wort Christi: Wenn das Korn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber gestorben ist (Aorist!), bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. (Joh 12,24f.)
Ganz deutlich macht hier Jesus, leben und Leben bringen (Frucht bringen) kann nur, wer durch den Tod hindurchgegangen ist. Wir müssen also mit unserem Leib durch den Tod hindurch gegangen sein, um zum Ewigen Leben hindurchzudringen.
37 Und was du säst, ist noch nicht der Leib, der entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes. 38 Gott gibt ihm den Leib, den er vorgesehen hat, und zwar jedem Samen einen eigenen Leib.
Deutlich sagt hier Paulus: Gott gibt den Leib, Er schenkt ihn. Unser Leib ist Geschenk Gottes an uns, nicht unser Besitz, das zu vereinnahmen wäre. Denn Gott ist ja die Liebe.
39 Nicht alles Fleisch ist dasselbe: Das Fleisch der Menschen ist anders als das des Viehs, das Fleisch der Vögel ist anders als das der Fische. 40 Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper. 41 Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne; denn auch die Gestirne unterscheiden sich durch ihren Glanz. 42 So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich. 43 Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark.
Herrlichkeit (doxa) und Kraft (dynamis) sind die Eigenschaften des finalen Leibes.
44 Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen.
Der irdische Leib ist: σῶμα ψυχικόν – psychischer Leib, der überirdische: σῶμα πνευματικόν – pneumatischer, geistiger Leib. Der ‚psychische‘ Leib ist der durch die Seele des Menschen erhaltene Leib, der geistige Leib der vom Geist belebte Leib.
45 So steht es auch in der Schrift: Adam, der erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der letzte Adam wurde lebendig machender Geist.
Der Erste Mensch: εἰς ψυχὴν ζῶσαν – lebendige Seele, der letzte Adam: εἰς πνεῦμα ζῳοποιοῦν – lebenschaffender Geist. So wie Christus, der Letzte Adam Mensch ist ganz vom Hl. Geist belebt, so werden alle in Christus Erlösten auf diesen Weg geschickt.
46 Aber zuerst kommt nicht das Überirdische; zuerst kommt das Irdische, dann das Überirdische. 47 Der erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der zweite Mensch stammt vom Himmel.
Der erste Mensch: ἐκ γῆς χοϊκός – vom Staub der Erde, der zweite Mensch: ἐξ οὐρανοῦ - vom Himmel.
48 Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren. 49 Wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet werden.
Die Nachfahren Jesu wie Jesus: ἐπουράνιος – im Himmel, himmlisch. Die Jesus ähnlich gewordenen werden (Futur): φορέσομεν καὶ τὴν εἰκόνα τοῦ ἐπουρανίου – tragen das Bild des Himmlischen.
50 Damit will ich sagen, Brüder und Schwestern: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; das Verwesliche erbt nicht das Unverwesliche.
Und hier der entscheidende Gedanke: irdisches Fleisch und Blut können aus sich das Reich Gottes nicht erlangen, nicht erben. Die Unverweslichkeit ist ein souveränes Geschenk von Gott, kann sich also nicht erarbeitet oder erleistet werden. Diejenigen, die von Christus erlöst sind, werden diese Leib empfangen. Aber wie?
51 Seht, ich enthülle euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden – 52 plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenschall. Die Posaune wird erschallen, die Toten werden als Unverwesliche auferweckt, wir aber werden verwandelt werden.
Es geschieht also durch Verwandlung: ἀλλαγησόμεθα – Verwandlung in eine andere Gestalt, die frei ist von Tod der Sünde und hinübergeführt ist in einen Zustand, der Leben ist in der Einheit von Leben und Tod.
53 Denn dieses Verwesliche muss sich mit Unverweslichkeit bekleiden und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit. 54 Wenn sich aber dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg. 55 Tod, wo ist dein Sieg? / Tod, wo ist dein Stachel?
56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. 57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus. 58 Daher, meine geliebten Brüder und Schwestern, seid standhaft und unerschütterlich, seid stets voll Eifer im Werk des Herrn und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist!
Die Auferweckung von den Toten nach dem Katechismus
Der KKK fasst dieses Geheimnis der Auferweckung von den Toten so zusammen:
Wie werden die Toten auferstehen?
997 Was heißt "auferstehen"? Im Tod, bei der Trennung der Seele vom Leib, fällt der Leib des Menschen der Verwesung anheim, während seine Seele Gott entgegengeht und darauf wartet, daß sie einst mit ihrem verherrlichten Leib wiedervereint wird. In seiner Allmacht wird Gott unserem Leib dann endgültig das unvergängliche Leben geben, indem er ihn kraft der Auferstehung Jesu wieder mit unserer Seele vereint.
998 Wer wird auferstehen? Alle Menschen, die gestorben sind: „die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht“ (Joh 5,29).
999 Wie? Christus ist mit seinem eigenen Leib auferstanden: „Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst“ (Lk 24,39), aber er ist nicht in das irdische Leben zurückgekehrt. Desgleichen werden in ihm „alle … mit ihren eigenen Leibern auferstehen, die sie jetzt tragen“ (4. K. im Lateran: DS 801). Ihr Leib wird aber in „die Gestalt [eines] verherrlichten Leibes“ verwandelt werden (Phil 3,21), in einen „überirdischen Leib“ (1 Kor 15,44):
… (1 Kor 15,35-37.42.52-53)
1000 Dieses „Wie“ übersteigt unsere Vorstellung und unser Verstehen; es ist uns nur im Glauben zugänglich. Der Empfang der Eucharistie gibt uns aber schon eine Vorahnung von der Verklärung unseres Leibes durch Christus:
„Wie das von der Erde stammende Brot, wenn es die Anrufung Gottes empfängt, nicht mehr gewöhnlches Brot ist, sondern die Eucharistie, die aus zwei Elementen, einem irdischen und einem himmlischen besteht, so gehören auch unsere Leiber, wenn sie die Eucharitie empfangen, nicht mehr der Verweslichkeit an, sondern haben die Hoffnung auf Auferstehung“ (Irenäus, haer. 4,18,5)
1001 Wann? Endgültig „am letzten Tag“ (Joh 6,39-40.44.54; 11,24), „am Ende der Welt“ (LG 48). Die Auferstehung der Toten ist nämlich eng mit der Wiederkunft Christi verbunden:
"Der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen" (1 Thess 4,16).
Mit Christus auferstanden
1002 Christus wird uns "am Letzten Tag" auferwecken; andererseits sind wir aber schon in gewisser Weise mit Christus 998 Wer wird auferstehen? Alle Menschen, die gestorben sind: "die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht" (Joh 5, 29) [Vgl. Dan 12,2].
1003 Die Gläubigen sind durch die Taufe mit Christus vereint und haben deshalb schon jetzt wirklich Anteil am himmlischen Leben des auferweckten Christus [Vgl. Phil 3,20]. Dieses Leben bleibt aber "mit Christus verborgen in Gott" (Kol 3,3). "Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben" (Eph 2,6). Als in der Eucharistie mit seinem Leib Genährte gehören wir schon dem Leib Christi an. Wenn wir am Letzten Tag auferstehen, werden wir auch "mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit" (Kol 3,4).
1004 Im Harren auf diesen Tag haben Leib und Seele der Gläubigen schon jetzt teil an der Würde, "Christus anzugehören". Deswegen sollen wir unseren Leib in Ehren halten, aber auch den Leib anderer, besonders der Leidenden:
"Der Leib ist da ... für den Herrn, und der Herr für den Leib. Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns erwecken. Wißt ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Christi sind? ... Ihr gehört nicht euch selbst; … Verherrlicht also Gott in eurem Leib!" (1 Kor 6,13—15.19—20).