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Die Frau als Symbol

 

In ihrem Werk ‚Die Ewige Frau‘[1] äußert sich in ihrem Vorwort Gertrud von le Fort über die Sprache der Symbole und behauptet für die Frau von ihrem Symbol her eine besondere Hinordnung zum Religiösen. (6)

Sie weist sogleich ein Missverständnis ab: Es behauptet aber nicht etwa eine besondere Religiosität der Frau oder gar ihren religiösen Primat gegenüber dem Manne.

Worum geht es vielmehr? Es geht um die Bildhaftigkeit des Religiösen, um seine gleichnishafte Darstellung, die allerdings – das ist mit dem Symbol gegeben – in besonderem Maße der Frau aufgetragen und anvertraut ist. (6)

Hintergrund für alle Erörterungen ist ein ganz bestimmtes Grundverständnis aller geschaffenen Wirklichkeit: die Offenbarung alles Wesens ist auf Erden stets eine doppelte! (6f.) Gemeint ist die Doppelung von Frau und Mann in der Schöpfung. Gen 1,27: Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn, als männlich und weiblich schuf er sie.

Diese Doppelung tritt in der ganzen Schöpfung auf: Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Wasser und Land, Himmel und Erde etc.

Es ist die höchste Anerkennung dieser doppelten Offenbarung, wenn das große dogmatisch bestimmte Gebet der Lauretanischen Litanei Maria gleicherweise als „mater amabilis“ [weiblich] und als „virgo potens“ [männlich] anruft, wenn sie neben das weibliche Bild der „rosa mystica“ die männlichen Bilder des „Spiegels der Gerechtigkeit“ und des „Turmes Davids“ setzt. (7)

Vom Bildnis der Ewigen Frau her erschließt sich auch das Verständnis für die Symbolbedeutung des Weiblichen: Maria als Vertreterin der gesamten Kreatur vertritt gleicherweise Mann und Frau.

 



[1] Die ewige Frau – Die Frau in der Zeit – Die zeitlose Frau, Verlag Kösel – Pustet München, 48.-52. Tausend, 1941 (Erstauflage 1934) – Zitate sind kursiv gedruckt.