Zwiesprache des Hl. Josef mit Jesus
im Stall von Betlehem
|
Josef |
Joshua! Mein Jesus! |
|
Jesus |
Ja, Josef! |
|
Josef |
Joshua, wie bist zu so schön! Der Glanz in Deinen Augen! - Pause – Wir sollen Dich in unserer Sprache Joshua nennen: Gott, der Herr, rettet und erlöst! Der Engel sprach so zu Maria. Du gibst uns so viele Rätsel auf! |
|
Jesus |
Geheimnisse gehören zu jedes Menschen Weg durch diese Welt! |
|
Josef |
Schwere Geheimnisse! Wer soll sie verstehen! Sind wir doch nur schwache Menschen! Maria wurde schwanger, ohne dass wir zusammen kamen. Konnte ich anders als denken, dass sie mit einem anderen Mann zusammen war? Nein, das wollte ich nicht denken. Aber was ist des Rätsels Lösung? |
|
Jesus |
Geheimnisvoll sind die Wege Gottes für Euch Menschen, doch voller Weisheit! |
|
Josef |
Ja, als ich mir keinen Rat wusste, nicht mehr ein noch aus, da träumte mir. Ein Engel sprach zu mir:“ Joseph, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen, denn was in ihr gezeugt ist, ist vom Heiligen Geist.“ So sagte er. – Pause – „Sie wird einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Joshua – Jesus – geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (Mt 1, 20ff.) Ja, so sprach der Engel im Traum zu mir. |
|
Jesus |
Und das ist Wahrheit, die Wahrheit unseres Vaters. |
|
Josef |
Hilf mir es zu glauben, dieses unfassbare Geheimnis! – Joshua, nun sind wir hier in einer Grotte, einem Stall, im hintersten Winkel von Betlehem. Nirgends Platz für uns! Nicht einmal in der Herberge! Warum machst Du es uns so schwer: Die lange Wanderung von Nazareth hierher! Der beschwerliche Weg für Deine Mutter, die noch so jung ist! Warum so schwer, so beschwerlich? |
|
Jesus |
Nichts geben wir, wozu uns nicht der Vater die Kraft gibt! |
|
Josef |
Joshua, wenn ich Dich in meinen Händen trage, bin ich in einer anderen Welt. - - - Die Grotte ist kalt und dunkel. So schön hatten wir es zuhause. Doch hier. Bei Ochs und Esel sind wir hier. - - Doch wenn ich Dich in meinen Händen trage, bin ich in einer anderen Welt. Von Dir geht Licht und Wärme aus; mein Herz erfüllt unfassbare Freude. Und Maria, wie ist sie so glücklich! Wie ist sie so gut! |
|
Jesus |
Mein Tempel ist sie geworden; reich geschmückt mit Glauben und Hoffnung und Liebe. |
|
Josef |
Auch für sie ist es schwer! So seltsame Wege gehst Du mit uns. Wer kann das verstehen? Wer kann es fassen? |
|
Jesus |
Nimm mich in Deine Hände, umfasse mich, halte mir Deine Hand hin! „Nicht müde werden / sondern dem Wunder / leise / wie einem Vogel / die Hand hinhalten.“ (Hilde Domin) So ist es heute, so wird es bleiben, solange diese Welt währt. |
|
Josef |
Mit Maria habe ich darüber gesprochen. Als sie vor ein paar Wochen bei Elisabeth war, um ihr vor der Geburt ihres Sohnes Johannes zu helfen, hat auch sie geheimnisvolles gesagt: „Gott hat Macht geübt mit seinem Arm, er zerstreut die Hochmütigen. Gewaltige hat er vom Thron gestürzt und Niedrige erhöht. Hungrige hat er erfüllt mit Gütern und Reiche leer davon geschickt.“ (Lk 1, 51ff.) |
|
Jesus |
Großes hat an ihr getan der Mächtige, und heilig ist Sein Name. (Lk 1, 49) |
|
Josef |
Ja, heilig ist Sein Name. Alle Welten hat er ins Dasein gerufen. Uns Menschen hat er erschaffen, damit wir lieben, was er erschaffen hat, und über allem Ihn lieben, der ja die Liebe ist. |
|
Jesus |
Ja, seltsame Wege geht die Liebe. Mein Vater und Dein Vater, er ist die Liebe. Weil Er liebt, was Er durch mich erschaffen hat, bietet Er seine ganze Liebe auf, um Euch zurück zu schenken, was ihr einst verloren habt: das Leben, das Glück und die ewige Freude. Ihr Menschen: Gott sprach: Es war sehr gut! Mein Vater: Er sehnt sich nach Euch! |
|
Josef |
Auf diesem Weg? Wer sieht ihn? Auf solche Weise? Wer soll das fassen? |
|
Jesus |
Nimm mich in Deine Hände und fasse es! Der ohne Anfang und Ende ist, der vor aller Zeit war und immer sein wird, Er kommt dir nahe. |
|
Josef |
Ja, Immanuel – Gott ist mit uns. – Ist dies es, was Du mir sagen willst? |
|
Jesus |
Ja, Josef. Doch nicht genug damit. Noch viele Rätsel werde ich Dir und Maria aufgeben. Wenn Du und Maria, ihr beiden, mich – wie es das Gesetz vorschreibt – in den Tempel nach Jerusalem bringen werdet, werdet ihr dort einen Mann finden, einen Greis namens Simeon. Er wird in Meinem Namen weissagen: „Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird.“ Auch die Seele deiner Frau wird ein Schwert durchdringen, auf dass die Gedanken aus vielen Herzen offenbar werden. |
|
Josef |
Gott bewahre uns! |
|
Jesus |
Der Vater wird Euer Leben in Seinen Händen tragen. Er wird Euch auf Seinen Händen tragen. Die Kraft des Höchsten wird Euch stets überschatten, wird euch die Kraft zu solchem Weg geben. |
|
Josef |
Warum all dies? Warum gibst Du uns die Ahnung von Schmerz und Leid und Tod? |
|
Jesus |
Ich bin gekommen zu retten, was verloren war, zu heilen, was verwundet ist, aufzurichten, was danieder liegt, zu erhöhen, was erniedrigt ist. Ich bin die rettende Arche Noah; ich bin der Regenbogen der Hoffnung auf eine Neue Welt. |
|
Josef |
Warum durch so viel Not hindurch? Warum so schwer? |
|
Jesus |
Weil nichts und niemand verloren gehen soll, weil ich alles und alle mit mir führen will, weil die Liebe alles wagt und nichts fürchtet, weil die Liebe das größte Opfer nicht scheut. Weil mein Vater unendliche Sehnsucht nach Euch hat. Weil Er die Arme weit ausbreitet und wartet, dass ihr kommt. „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen, Einfältigen aber geoffenbart hast. Ja, Vater, so war es wohlgefällig vor dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben. Niemand kennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und niemand, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.“ (Lk 10, 21ff.) |
|
Josef |
Ja, Du bist Sein Sohn, und unser Kind! – Wer kann das begreifen? - Pause - Ja, was ist das? |
|
Engel |
„Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden wird. Denn heute ist euch in der Stadt Davids ein Heiland geboren, nämlich der Christus, der Messias, der Herr. Dies soll euch das Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt und in einer Krippe liegend.“ – „Herrlichkeit in den Höhen für Gott und auf Erden Friede den Menschen seiner Huld!“ (Lk 2, 10ff.) |