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Das ICH

 

Es ist ein Wort, erhaben und gewaltig,

Verwurzelt in den Urgrund aller Welt,

verflochten mit der ganzen großen Schöpfung.

Ich nenns Euch: Ich! Darinnen ist der Tod,

der Untergang, das ewige Verderben,

darinnen ist die Rettung auch, das Heil.

Denn dieses Ich ist wunderbar geartet:

Es ist, indem es nicht ist, es verharrt,

Indem es unaufhörlich fort sich wandelt,

es wird bewahrt, indem es sich verschenkt,

es lebt, indem es sterbend sich veratmet,

es fasst sich selbst, indem es sich verliert,

im Meer versinkend tritt es an sein Ufer,

sich opfernd wirkt es Rettung und Gewinn.

Dies Ich ist sich und ist doch alles andere,

ist Gott und Mensch und Ewigkeit und Zeit,

und wo es nicht so ist, wie ich Euch sagte,

so ist's ein Wahn und nur sein eigner Spott.

Denn alsbald, wie es strebt, sich selbst zu wahren,

sich selbst zu gründen, in sich selber sich

zu schließen wie die Burg in ihre Mauer,

wie in den Panzerring des Ritters Brust,

so fällt es von sich ab und stürzt ins Dunkle.

Sein Sein erstrebend taumelt es ins Nichts.

Erstarrend stirbt es ab zu toter Maske,

Trotz bietend dem, aus dem es ist und kam,

in blinder Torheit, sinnberaubt und eitel

knirscht es den leeren Namen vor sich hin.

Dies ist das Ich des Bösen ...

 

Aus: DER GRAL, Arthur Maximilian Miller, 227