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Gott – die Liebe

 

Aus: Gespräche über die Vorsehung (Hl. Caterina von Sienna)



O ewiger Vater! O Feuer und Abgrund der Liebe!
O ewige Schönheit, ewige Weisheit, ewige Güte, o ewige Milde, Hoffnung, Zuflucht der Sünder, o unermessliche Fülle, ewiges und unendliches Gut, o Du Narr der Liebe!
Hast Du denn Dein Geschöpf nötig?
Also scheint es mir, denn Du tust, als könntest Du ohne es nicht leben und bist doch selbst das Leben,
und jegliches Ding hat das Leben von Dir, und ohne Dich lebt nichts.
Warum bloß bist Du so vernarrt?
Weil Du in Liebe zu Deinem Geschöpf erglühtest, darum gefällst Du Dir und ergötzest Dich in Dir selbst an ihm und bist versessen auf sein Heil: es entlieht Dir, und Du machst Dich auf die Suche nach ihm, es entfernt sich, Du aber näherst Dich ihm, und näher konntest du ihm ja nicht kommen, als indem Du Dich mit seiner Menschheit bekleidetest.
Was soll ich sagen?
Wie Jeremias kann ich nur rufen: Ah, ah, weil ich nichts anderes zu sagen weiß (Jer 1,6), denn die sterbliche Zunge vermag die Liebe der Seele nicht auszudrücken, die unendlich nach Dir verlangt.
So will ich mit meinen groben Sinnen nichts beifügen, bloß melden, dass meine Seele den Abgrund der höchsten, ewigen Vorsehung erfahren und geschaut hat.
So sage ich Dir Dank, höchster und ewiger Vater, für die unermessliche Güte, die Du mir Elenden und jeder Gnade Unwürdigen erwiesen hast. (Nr.153)