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Ein Hochgebet zur Verwandlung dieser Welt

Aus: Arthur Maximilian Miller, Der Gral, 1982 Allgäuer Zeitungsverlag GmbH, Kempten; Schluss

 

In deinem, in des Geistes Namen, spreche ich:

Hintreten will ich zum Altare,

den du uns gabst, den wir mit unsrer Schuld

geschändet haben, der durch deine Gnade

gereinigt und vollendet ward. O Herr,

in dem wir waren, eh wir waren, der

ins Sein uns hob, der zu uns selbst uns rief,

der sich uns barg und sich uns offenbarte,

und, da wir uns gefunden, wiederkam,

ich preise dich mit Worten und mit Liedern

mit Harfen und Musik und großem Schall.

Hintreten will ich zum Altar des Leibes,

hintreten zum Altar der Welt. Bekennen

will ich die Schuld des Menschen, meine Schuld,

die den Altar hinab zur Tiefe stürzte,

dass er hinabfiel in die Nacht des Steins

und in den Tod. Des Leidens bin ich schuldig,

der Krankheit und der Qual und alles Bösen,

durch das vergeudet ward der Menschen Heil,

durch das getilgt ward aller Schöpfung Gnade.

Denn schuldig bin ich auch der Tiere Qual,

der Pflanzen Not, des Steines Starrheit,

des ganzen Tods. All dieses war der Mensch,

und da er fiel, zerfiel er in das Äußre.

Du aber brachst die Fessel, die uns band,

zerschlugst den Tod, die Trümmer lasest du

zusammen mit der Hand und fügtest alles

zur Gänze und zum Heil. Gepriesen sei!

 

Hintreten will ich zum Altar,

den du uns gabst, den ich mit meiner Schuld

geschändet habe, der durch deine Gnade

gereinigt und vollendet ward, o Geist!

 

Herr, du hast unser dich erbarmt!

Christus, du hast unser dich erbarmt!

Herr, du hast unser dich erbarmt!

 

In Wahrheit!

 

Denn du hast uns das Sein gegeben, o Vater.

Denn du hast uns erkämpft das Leben, Sohn.

Denn du hast uns erfüllt die Freiheit, Geist.

 

In Wahrheit!

 

Dein ist die Offenbarung aller Höhen.

Ehre sei dir.

Und denen werde Frieden,

die guten Willens sind.

 

Wir loben dich, die wir tragen die Seelen der Menschen.

Wir ehren dich, die wir tragen das Feuer der Völker.

Wir preisen dich, die wir tragen die Urbeginne der Zeiten.

Wir jubeln dir, die wir tragen Gewalten der Formung.

Wir jauchzen dir, die wir tragen Mächte der Wallung.

Wir leuchten dir, die wir tragen die Herrschaft der Weisheit.

Wir tönen dir von den Thronen des Willens.

Wir singen dir von den Bergen des Lichtes.

Wir harfen dir von den Zelten der Liebe.

 

Ehre dem Vater, der da ist!

Ehre dem Sohne, der da ward!

Ehre dem Geiste, der da sein wird!

 

Gesegnet sei, des die Verheißung ward, der Mensch!

 

Dein Feuer lege hin auf meine Lippen,

die Falschheit brenne weg aus meinem Mund,

zur Ewigkeit erhebe meine Zunge,

dass ich des Wortes Diener sei. Vernehmt!

 

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Denn der erste Himmel und die erste Erde waren

vergangen und die See ist nicht mehr.

Und ich sah die heilige Stadt aus dem Himmel

niedersteigen, das neue Jerusalem, von Gott

zubereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren

Bräutigam. Und ich hörte eine laute Stimme vom

Thron her sprechen: „Siehe, das Gezelt Gottes

mit den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen

und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird

mit ihnen sein, ihr Gott, und Gott wird alle

Tränen von ihren Augen abwischen. Und der Tod

Wird nicht mehr sein, weder Leid

Noch Jammer noch Schmerz wird mehr sein,

denn das Erste verging.“ Und der auf dem Throne

saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu!“

 

In Wahrheit!

 

Dank sei dem Herrn.

 

Lass wagen uns das allgemeine Opfer:

Geopfert sei der Gral. Es sei in seinem Opfer

das Opfer aller Welt. Geopfert sei der Leib,

geopfert sei die Seele und es sei

der Geist geopfert.

Geopfert sei das Ich.

Geopfert sei der Mensch mit allem,

was sein ist.

Geopfert sei auf Erden und im Wasser

Und in der Luft ein jegliches Getier.

Geopfert sei, was grünt und blüht und wächst

und Samen bringt.

Geopfert sei,

was tot ist und dem Tritt der Füße

sich neigt, ohnmächtig der Bewegung und des Lautes.

Geopfert sei das All,

geopfert das Gestirn,

geopfert sei der Chor, der neunmal heilge

der Geister Gottes.

Denn Du gabest uns

die Herrschaft über alles.

Des Todes sterbend leben wir für dich.

Geopfert sei der Gral!

 

In Wahrheit.

 

In Wahrheit.

 

Nimm an das Opfer! Alles kehre wieder

zu Dir!

Es sei der Gral enthüllt in Ewigkeit.

 

Heilig bist du, Herr.

Dreimal bist zu heilig,

dreimal in der höchsten Glut

der Einigkeit!

Und heilig ist der Grund,

der ohne Grund ist, da dein dreifach Feuer

ins Überseiende versinkt.

Die Himmel strahle dich,

die Erde

erleuchtet sich von dir,

der Abgrund,

der ohne Grund ist, schweigt aus dir hervor.

 

Dein Licht verwandle allen Tod in Leben.

 

Gepriesen sei der Gral!

Wir sind im Sein! Wir gründen uns ins Leben.

 

So spricht das Wort: Ich bin.

Fürchtet Euch nicht!

 

Ich bin.

 

Geheimnisvolles, ewges Wunder du!

Heut bist du offenbar.

Neu werden die Naturen.

Und was da war, hat Dauer angenommen,

und was nicht war, das hobst Du auf.

Denn nicht Vermischung hast Du je erlitten

und Teilung nicht.

Dies ist der Leib der Welt!

Dies ist sein Blut!

 

Der Geist! Der Geist!

Gepriesen sei der Geist!

 

In Seinem Leibe gerettet ist der Leib

der Welt.

In Seinem Blute gerettet ist das Blut

der Erde.

Denn die Gestirne sind der Leib,

und der Gestirne Strahlen sind der Wein,

und Gottes Wille ist der Leib,

und Gottes Gnade ist das Blut.

 

Siehe, das Lamm,

vom Urbeginne an erwürgt

zum Heil der Welt.

 

Siehe, das Lamm,

in Ewigkeit gegeben

dem Tode

um des Lebens willen.

 

Siehe, das Lamm,

das da die Schuld der Welt

hinwegnimmt.

 

Es gereiche euch die Speise,

und es gereiche euch der Trank

zur Einigkeit des Vaters und des Sohnes

und des Geistes.

 

Kommt, esst und trinkt!

 

Das Leben ist der Tod, der Tod ist Leben.

Wir wachsen in uns selber und wir schwinden.

Wir sind vergangen und wir sind geworden.

Wir bleiben und wir gehen ewig ein

in alles Einssein. Keine Trennung ist,

kein Abgrund mehr und keine Fremde,

denn unser ist der Ursprung und das Licht.

 

Vollendet ist die Tat.

Es segne Euch

der Dreimal Heilige.

Es segne Euch der Geist,

des Reich die Fülle ist,

des Fülle niemals endet!

 

Es segne uns der Geist,

des Reiches die Fülle ist,

des Fülle niemals endet!

Amen.