Er lag in einer Krippe und wurde zu unserer Speise. (Hl. Augustinus)
Wir sehen sie, die Krippe, die Futterkrippe.
Mittelpunkt aller Darstellungen der Heiligen Nacht, der Weih-Nacht,
der Nacht, die GOTT geweiht.
In der Krippe liegt das Stroh für das Vieh: Futtertrog für die Tiere.
Hier nährt sich die Kreatur von der Frucht der Erde.
Doch diese Krippe ist anders und doch ganz und gar Krippe.
Krippe im Viehstall und Krippe der Welt, des Kosmos.
Hierin liegt ER, der Sohn von Mirjam, der Jungfrau,
genannt Joshua: Der HERR rettet.
Mirjam hieß des Moses Schwester,
die einst jubelte über die Befreiung Israels aus der Gefangenschaft.
Hier ist die neue Mirjam, die jauchzen kann
über den Exodus der ganzen Schöpfung aus dem Elend des Todes.
Denn: In dieser Krippe liegt das Leben der Welt.
ER lag in einer Krippe,
ER, von dem Mose im Dornbusch gehört hatte:
Ich bin, der Ich bin.
Ich, der HERR, der Unnennbare,
der sich einen Namen gab: JHWH.
Ihn legt Mirjam in die Krippe,
weil in der Herberge kein Platz für sie war.
Ihn, von dem der Engel ihr sprach:
Sohn des Allerhöchsten wird ER sein.
Der Heilige, den sie trägt, ist vom Heiligen Geist.
ER lag in einer Krippe.
ER, den die Himmel nicht fassen, liegt da.
ER, der Himmel und Erde und alles darin erschaffen,
der Ewige Sohn selbst,
in menschlichem Fleisch.
Er wurde zu unserer Speise.
Ja, zur Speise für uns.
Am Ort der Speise fürs Rind.
Das Kind zur Speise für uns?
Uns zur Speise?
Meine Speise ist es,
den Willen des Vaters zu tun,
so sagt der erwachsene Mann später
seinen Jüngern am Jakobsbrunnen.
Meine Speise kennt ihr nicht.
In der Futterkrippe liegt ein Mensch,
dessen Speise der Willen Seines Vaters ist.
Welch seltsamer Mensch!
Welch seltsame Speise!
Und noch befremdender:
Der erwachsene Mann verkündet,
der Gipfel des Befremdens,
ein Skandalon:
Nehmt und esst,
das ist mein Leib!
Nehmt und trinkt,
das ist mein Blut!
Der Gipfel des Skandals:
Wer mein Fleisch ist
Und mein Blut,
der hat DAS LEBEN in sich!
Daraufhin verließen ihn die Vielen,
denn wer kann so etwas ertragen?
Wollt auch ihr mich verlassen?
„Du hast Worte des Ewigen Lebens!“
Er wurde zu unserer Speise.
Der Leib, den Mirjam in die Krippe legt,
den sie empfing und gebar,
den sie in den Kinderjahren begleitete,
den sie das Haus verlassen sah mit Dreißig,
den sie am Kreuz hängen sah
und daran sterben,
den sie in ihrem Schoß elend trug,
den sie ins Grab begleitete,
dem sie am Ostermorgen
in wunderbarem Licht begegnete,
an dessen Seite sie in alle Ewigkeit
als die Ewige Frau lebt,
dieser Leib
wird uns zur Speise
im Brot, das gewandelt,
im Wein, das Sein Blut.
Geheimnis des Glaubens!
Selig, die ihr geladen seid
Zum Hochzeitsmahl des Lammes!
Der LEIB DES HERRN,
den Mirjam uns gebar.
Er lag in einer Krippe und wurde für uns zur Speise!
Amen!