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Gründonnerstag (B) 2021

 

Am Hohen Donnerstag feiern wir die Messe vom Letzten Abendmahl und werden Zeugen, wie Jesus mit Seinen Aposteln das Geheimnis der Eucharistie einsetzt, zum Ewigen Gedenken. Jede Eucharistiefeier hat seinen Ursprung in jenem Abend vor zweitausend Jahren. Der Dreifaltige Gott macht dem Menschen ein unsagbares Geschenk: das Geschenk Seiner leibhaftigen Gegenwart.

Bitten wir den Hl. Geist, dass Er uns erneut und vertieft einführt in Seine unüberbietbare Liebe.

Beim diesen letzten Mahl, das Jesus mit Seinen Jüngern hält, dem Pascha-Mahl, wird das große Erlebnis der Befreiung aus der Gefangenschaft des Volkes Israel vergegenwärtigt. Der Engel Gottes geht vorüber (Pascha = lat. transitus, Vorübergang) und rettet alle, die das Zeichen des Blutes eines Lammes über ihren Türen haben.

Der Evangelist Johannes als einziger überliefert uns die ausführlichen Unterweisungen, die Jesus Seinen Aposteln gibt. Unter anderem erzählt er ihnen das Gleichnis vom Weinstock: der Vater ist der Weinbergbesitzer; der Sohn ist der Weinstock; wir sind die Rebzweige am Weinstock. (Joh 15)

In diesem Zusammenhang fällt das Wort:
Keine Liebe ist größer, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (v.13)
Schauen wir auf diese gewaltige Liebe, die Jesus den Seinen schenkt, und lassen wir uns neu von ihr anrühren!
Worin besteht diese Liebe? Was gibt ER in dieser Liebe, die Ihn mit dem Vater und dem Heiligen Geist eint? Was ist das große Geheimnis dieser Liebe, die ja der Heilige Geist in Person ist?

Zur Einleitung an diesem Abend wäscht Jesus Seinen Jüngern die Füße.
Den Sinn erklärt Jesus Petrus so:
Wenn ich dich nicht gewaschen habe, hast du keinen Anteil an mir. (Joh 13,8)

Jesus, der Erlöser, der Mensch gewordene Sohn Gottes, vom Vater gesandt zur Heilung der ganzen Schöpfung, Er neigt sich ganz tief vor den Jüngern im Abendmahlssaal – der übrigens auch der Saal des Pfingstwunders ist.
Derjenige, der bei der Erschaffung des Menschen gesagt hatte: Es ist sehr gut!, Er selbst neigt sich unter Sein Geschöpf und reinigt es mit den Wassern des Lebens, den Wassern des neuen, ewigen Lebens.
Jesus selbst ist dieses lebendige Wasser, das die Füße des Petrus und der anderen Apostel wäscht.
Jesus stellt in Petrus und in uns allen, die wir uns von Ihm die Füße waschen lassen, das ursprüngliche Ebenbild Gottes wieder her. Denn nach Seinem Bild sind wir ja geschaffen. ER, der Sohn Gottes, ist ja das Bild, das Gott bei der Erschaffung des Menschen in ihn hineingelegt hat.
Jesus reinigt in Petrus und uns unseren Geist und unsere Seele zur ursprünglichen Klarheit.
Diese Reinigung freilich beginnt im Abendmahlsaal, sie geht über Getsemani hin zu Golgotha an Kreuz, wenn Jesus ausruft: Vergib ihnen, denn sie haben nicht erkannt, was sie tun! Mit Seiner Auferstehung ersteht der neue Mensch auf, der ER selber ist.

So gibt Jesus uns erneuerten Menschen Anteil an sich: Wenn ich dich nicht gewaschen habe, hast du keine Anteil an mir.

So gibt Jesus in den erneuerten Menschen hinein Sein Fleisch und Sein Blut, sich selbst in Seinem menschlichen Fleisch und Blut.
Wenn uns die Heilige Kommunion gereicht wird mit den Worten: Der Leib Christi! Das Blut Christi!, dann gibt sich Jesus selbst. Er gibt Sein Leben hin. So werde wir Seine Freunde.

Keine Liebe ist größer, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

Jesus gibt sich hin beim letzten Mahl in der Gestalt des eucharistischen Brotes.
Er gibt sich hin am Kreuz, wenn ER dem Vater sagt: In Deine Hände empfehle ich meinen Geist!
Er gibt sich hin, wenn man den toten Leichnam Jesu ins Grab legt.
Er gibt sich hin, indem Er mit unsterblichem Leib aufersteht.
Er gibt sich hin, indem Er den Jüngern als der Auferstandene erscheint.
Er gibt sich hin, indem Er zum Vater in die Herrlichkeit eingeht.
Er gibt sich hin als der Verherrlichte, wenn wir Ihn in der eucharistischen Gestalt empfange.

So verwandelt er uns und alle, die sich Ihm anvertrauen, von Tag zu Tag neu.