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Der Hl. Geist – Architekt einer neuen Welt

 

Das Pfingstfest ist die Grundsteinlegung eines lebendiges Bauwerkes, das in Ewigkeit Bestand hat. Der Hl. Geist ist es, der es mit Leben erfüllt. (Apg 1,4) Seine Formkraft ist die neue Gerechtigkeit. (Joh 16,10)

Architekt und Baumeister dieses Werkes ist der Hl. Geist, denn – so hat uns der Gottes- und Menschensohn versprochen – Er ist der Geist der Wahrheit, der uns zur vollen Wahrheit führt. (Joh 16,13)

In tausend Bildern wird uns dieses neue Werk Gottes beschrieben.

Die neue Welt ist kein anderes als Sein erstes Werk, denn Gott sprach einst, und die Welt war sehr gut. (Gen 1,3.10.18.25.31) Die neue Welt ist vielmehr eine erneuerte Welt, die durch die Verwandlung ging, nach dem Fall, den sie erlitten hat durch die Übertretung des Menschen.

Der Mensch gewordene Sohn Gottes selbst ist der Weg dieser neuen Welt. (Joh 14,6) Der Ewige Sohn Gottes trat ein in diese Welt, empfangen vom Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria. (Lk 1,31) Er lebte das Leben eines Menschen, das Leben jedes Menschen. Er wurde gekreuzigt, begraben und ist hinabgestiegen in das Reich der Toten. Er ist auferstanden von den Toten, das Grab war leer, der Leib verwandelt. Er in Seinem Auferstehungsleib ist der Eckstein eines neuen Tempels. (Eph 2,20) Er ist der Eckstein geworden, den die Bauleute verworfen haben. (1 Pe 2,7) Und so erglänzt in der Herrlichkeit Gottes dieses unvergängliche Werk.

Das neue Werk Gottes ist der Tempel des Leibes unseres Herrn Jesus Christus, den der Sohn Gottes höchstpersönlich wieder aufgerichtet hat, nachdem er niedergerissen worden war. (Joh 2,19.21) Dieser Tempel Seines Leibes ist uns nicht fern, sondern mitten unter uns. Wir haben Zugang zu ihm, der Zutritt ist uns gewährt, im Heiligen Geist.

Dieser Tempel ist das Wort, der Ewige Logos, der Fleisch geworden ist und unter uns Wohnung genommen hat. (Joh 1,14) Diesen Leib bilden alle, die aus Gott  (Joh 1,13), die aus dem Geist (Joh 3,8) geboren sind. Sie bilden den Leib Christi (1 Kor 12,27), die Kirche (1 Kor 12,28). Das Blut dieses Leibes ist: Glaube, Hoffnung, Liebe, am größten jedoch unter ihnen ist die Liebe. (1 Kor 13,13) In diesem Leib gilt: Alle sind einer in Christus. (Gal 3,28) Es ist ein Leib und ein Geist, zu einer Hoffnung berufen, vereint durch den einen Herrn und den einen Glauben und die eine Taufe und den einen Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen. (Eph 4,4f.)

Dieses Werk des Heiligen Geistes trägt einen Namen: das neue Jerusalem (Offb 21). Es ist die heilige Stadt, die aus dem Himmel von Gott herabsteigt (v.10), im Besitz der Herrlichkeit Gottes (v.11). Sie ist bereit wie eine Braut, die für ihren Mann geschmückt ist (v.2), die Frau des Lammes (v.9). Sie ist gleich einem Zelt, das unter den Menschen aufgeschlagen wird. In ihr sammelt Gott sein Volk. Er selbst, Gott mit ihnen, ist Gott dieses neuen Volkes. (v.3)

In dieser Stadt gibt es keinen Tod. (v.4) In ihrer Mitte steht ein Thron; auf ihm sitz der, der spricht: Siehe, ich mache alles neu. (v.5) Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden umsonst zu trinken geben vom Quell des Lebenswassers. (v.6)

Dem Sieger auf dem Wege zum Heil gilt das ewige Erbe: Ich will ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein. (v.7)

Die Stadt ist von wunderbarem Lichtglanz der Herrlichkeit Gottes erfüllt gleich einem überaus kostbaren Stein, wie ein Jaspisstein, leuchtend wie Kristall. (v.11)

Diese himmlische Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren. (v.12) Über den Toren sind zwölf Engel; auf ihr sind Namen geschrieben, die Namen der zwölf Stämme Israels. (v.13) Die Mauer hat auch zwölf Grundsteine, darauf die Namen der zwölf Apostel des Lammes. (v.14)

Der Baustoff ihrer Mauer ist Jaspis, und die Stadt ist reines Gold, ähnlich reinem Glas. (v.18) Die Grundsteine sind mit Edelsteinen geschmückt: Japsis, Saphir, Chalzedon, Smaragd, Sardonyx, Karneol, Chrysolith, Beryll, Topas, Chrysopras, Hyazinth und Amethyst. (v.20) Die Straßen der Stadt waren lauteres Gold wie durchsichtiges Glas (v.21). Die zwölf Tore sind zwölf Perlen, ein jedes der Tore war aus einer einzigen Perle. (v.21)

Das erstaunliche: Einen Tempel gibt es nicht in ihr. Denn: Der Herr, Gott, der Allherrscher, ist ihr Tempel und das Lamm. (v.22)  Auch gibt es keine Sonne in ihr und keinen Mond. Denn: Die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, ihre Leuchte ist das Lamm. (v.23)

Und wer sind die Bewohner dieser Stadt? Diejenigen, die eingetragen sind im Lebensbuch des Lammes. (v.27)

Vom Throne Gottes und des Lammes inmitten der Stadt geht aus ein Strom von Lebenswasser, glänzend wie Kristall. Zu beiden Seiten des Stromes steht der Baum des Lebens. (22,2) Er spendet Frucht und dient zur Heilung der Völker, jener Baum also, zu dem der Mensch nun wieder Zugang hat, den er einst verloren hatte, weil er nach der Frucht im Paradies gegriffen hatte. (Gen 2,9;3,22)

Jesus selbst ist in Wahrheit der Baum des Lebens und die Frucht dieses Baumes zugleich. Er gibt und Er ist selbst das Brot des Lebens (Joh 6,35). Das Brot, das Er gibt, ist Sein Fleisch für das Leben der Welt (v.51). Wer sein Fleisch isst und sein Blut trinkt, hat das Leben in sich. (v.53). Wer Sein Fleisch isst und Sein Blut trinkt, hat Ewiges Leben und wird auferweckt am Jüngsten Tag. (v.54)

In dieser Stadt wird eine Hochzeit gefeiert, die Hochzeit des Lammes (Offb 19,7).

Sowohl die Propheten vor Jesus als auch Jesus selbst spricht viel im Bild der Hochzeit: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit bereitete. Das Hochzeitsgewand ist das Gewand der Reinheit, das der Hl. Geist schenkt. (Mt 22,1ff.)

Wie der Mensch Zugang erhält zu dieser Hochzeit, hat Jesus in einem anderen Gleichnis ausdrucksstark beschrieben: Von zehn Jungfrauen, die sich aufmachten, dem Bräutigam entgegenzuziehen, waren fünf klug. Sie nahmen nämlich Öl in Gefäßen mit sich, das Öl des Heiligen Geistes. Sie hatten sich vom Geist erfüllen lassen und waren mit ihm vereint. Als der Ruf um Mitternacht erschallt: Seht! Der Bräutigam kommt! Geht! Ihm entgegen!, konnten sie mit ihm hineingehen zur Hochzeit, weil sie bereit waren, wach im Heiligen Geist. (Mt 25,1ff.)

Dass Jesus selbst der Bräutigam ist, der zur Hochzeit des Lammes einlädt, offenbart Er durch Seine Gegenwart bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1ff.). Im Bild des Weines zeigt  Er uns, dass Er das rein gewaschene Wasser des Lebens der Menschen in den Wein der göttlichen Liebe verwandeln will.

Den Weg der Verwandlung des Menschen als Geschöpf Gottes zum aus Gott (neu)geborenen Sohn Gottes (für Frau wie Mann) beschreibt uns in besonderer Weise Johannes in seinem Evangelium. Er führt uns vor Augen das Werk der Neuschöpfung der Welt.

Der Weg nimmt seinen Beginn mit der Erschaffung der Welt: Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde! (Gen 1,1) Dieser Weg nimmt seine entscheidende Wendung mit der Fleischwerdung des Gottessohnes, der selbst Ursprung und Haupt der neuen Schöpfung ist: Im Anfang (Ursprung) war das Wort, der Logos, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts geworden. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit geschaut als des Einziggeborenen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh 1,1-3.14)

Eintreten in diese neue Schöpfung kann der Mensch, das Geschöpf Gottes, wenn er gereinigt wird durch das Wasser (Joh 2,6), aus Gott geboren ist (Joh 1,13), wenn er aus dem Geist geboren wird (Joh 3,8): Wer nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann das Reich Gottes nicht schauen. (3,3)

Dann hat der Mensch Zugang zu den Strömen des lebendigen Wassers, von denen Jesus an einem Fest in Jerusalem spricht: Wen dürstet, der komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt; wie die Schrift sagt: Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Leibe fließen. (Joh 7,37)

Jesus selbst ist nämlich diese Gabe lebendigen Wassers, von der Er zur Samariterin am Brunnen spricht: Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird in Ewigkeit nicht mehr dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das ins ewige Leben sprudelt. (Joh 4,14)

Diese Welt als ist im Bau. Der Hl. Geist ist am Werk. Und er hat uns zu Mitarbeitern bestellt: Wir sind Gottes Mitarbeiter, Gottes Bau. (1 Kor 3,9; 2, Kor 6,1)(Mitarbeiter = συνεργοὶ) Ja, wir sind Mitarbeiter der Wahrheit (3 Joh 8), durch den Hl. Geist, der uns in die ganze Wahrheit einführt.

Deshalb lasst uns ganz neu uns dem Hl. Geist weihen, unser Leben, unser Denken, Wollen und Vollbringen.

Bitten wir den Hl. Geist um die Heilige Salbung, die Er selber ist, damit wir immer mehr von dieser Wahrheit durchdrungen werden.

Komm, Heiliger Geist!