Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Paschafeier und Eucharistie

 

Das Fest der ungesäuerten Brote und die Paschafeier gehören zu den großen Festen des Volkes Israel, bis heute.

Am Abend vor seinem Leiden war Jesus in einem Obergemach mit den Jüngern zum letzten Mal versammelt, bevor er mit ihnen in den Garten Getsemani ging, um dort Blut zu schwitzen, der Abend vor seinem furchtbaren Leiden bis zum Kreuzestod auf Golgota.

 

DIE VORBEREITUNG DES PASCHAMAHLS: Mk 14,12–16

12 Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? 13 Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm, 14 bis er in ein Haus hineingeht; dann sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dich fragen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? 15 Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen, der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles für uns vor! 16 Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

DAS MAHL: Mk 14,17–25

17 Als es Abend wurde, kam Jesus mit den Zwölf. 18 Während sie nun zu Tisch waren und aßen, sagte Jesus: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern, einer, der mit mir isst. 19 Da wurden sie traurig und einer nach dem andern fragte ihn: Doch nicht etwa ich? 20 Er sagte zu ihnen: Einer von euch Zwölf, der mit mir in dieselbe Schüssel eintunkt. 21 Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.

22 Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. 23 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. 24 Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. 25 Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von Neuem davon trinke im Reich Gottes.

 

Ähnlich überliefern es uns die Evangelist Lukas (22,12ff.) und Matthäus (26,17ff.).

 

Markus erwähnt anschließend: 26 Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus.

Jesus betete also mit seinen Jüngern den Lobgesang, das Hallel.

Es handelt sich wohl um das Gebet der Psalmen 113, 116, 117, 118, in denen 45 mal (3x3x5) der Gottesname JHWH zitiert wird.

Besonders Ps 118 ist interessant: Hierin finden wir die Worte, die die Menschen Jesus zujubelten, als er auf einem Esel nach Jerusalem einritt (was wir am Palmsonntag jedes Jahr feiern): Ach HERR, bring doch Rettung! Ach, HERR, gib doch Gelingen! – Im Hebräischen heißt dies: Hosianna! [Psalm zusammen beten]

 

Was hat es mit dem Paschamahl und dem Fest der ungesäuerten Brote auf sich?

 

Im Buch Exodus Kap. 12 lesen wir:

12 Der Herr sprach zu Mose und Aaron im Land Ägypten: Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten.

Seit der Zeit des Josef, einem der zwölf Söhne Jakobs = Israel, weilten die Israeliten in Ägypten. Die Zeit des Wohlwollens der Ägypter war vorbei. Die Hebräer litten unter der furchtbaren Sklavenarbeit. Sie wurden unterdrückt. Doch Gott bleib mit Seinem Segen auf ihnen.

 

 

Das Lamm

Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann. Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen. … In der Abenddämmerung soll die ganze versammelte Gemeinde Israel es schlachten.

Die Hausgemeinschaft soll ein Lamm schlachten. Dieses Lamm ist ein prophetischer Voraushinweis auf Jesus Christus, das Lamm Gottes, wie Johannes der Täufer Jesus nennt. (Joh 1,29)

Die gesamte Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk, den Söhnen Abrahams, ist ein einziger Hinweis auf die Erfüllung von allem: Jesus Christus.

Hebr 1: Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist umso viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.

 

Das Blut

Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man es essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen. Nichts davon dürft ihr roh oder in Wasser gekocht essen, sondern es muss über dem Feuer gebraten sein: Kopf, Schenkel und Eingeweide. 10 Ihr dürft nichts bis zum Morgen übrig lassen. Wenn aber am Morgen noch etwas übrig ist, dann verbrennt es im Feuer!

11 So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand. Esst es hastig! Es ist ein Pessach (gr. Pascha) für den Herrn.

12 In dieser Nacht gehe ich durch das Land Ägypten und erschlage im Land Ägypten jede Erstgeburt bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr.

Das Blut an den Türen rettet die Israeliten vor dem Untergang der Erstgeburten.

In der Nacht müssen sie sich aufmachen und fliehen, in die Freiheit hinein.

Zum ersten Mal taucht hier der Begriff auf: Pessach, griechisch Pascha, das heißt: Vorübergang des Herrn! – Wo der Engel des HERRN das Blut findet, geht der HERR vorüber (hebr. pasach):

13 Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll für euch ein Zeichen sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich das Land Ägypten schlage.

Diejenigen, die auf den HERRN hören, werden gerettet, diejenigen, die für ihn taub sind, gehen unter.

 

Das weitere Zeichen:

Ungesäuertes Brot

17 Haltet das Fest der Ungesäuerten Brote! Denn gerade an diesem Tag habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten herausgeführt. Haltet diesen Tag in allen kommenden Generationen! Es ist eine ewige Satzung.

20 Esst also nichts Gesäuertes! Überall, wo ihr wohnt, sollt ihr ungesäuerte Brote essen.

Hatte doch Gott gesagt: Esst es hastig! Es ist ein Pessach (gr. Pascha) für den Herrn.

Immer wieder, jedes Jahr, soll sich das Volk Israel erinnern: Hastig mussten sie sich auf den Weg machen. Keine Zeit war es, gesäuertes Brot zu richten. Das hastig hergestellte Brot ist das ungesäuerte Brot.

Denken wir an die Eucharistie: Jesus nimmt dieses ungesäuerte Brot (die heutige Hostie), und verwandelt es in Seinen Leib und Sein Blut.

 

In jener Nacht, als das Haus des Pharaos das Unglück traf, der Tod jeder Erstgeburt, auch des erstgeborenen Sohnes des Pharaos, gab er den Befehl: Sie dürfen ziehen!

 

Auszug aus Ägypten in der Nacht

29 Es war Mitternacht, als der Herr alle Erstgeburt im Land Ägypten erschlug, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf dem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker und alle Erstgeburt beim Vieh. 30 Da standen der Pharao, alle seine Diener und alle Ägypter noch in der Nacht auf und großes Wehgeschrei erhob sich bei den Ägyptern; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. 31 Der Pharao ließ Mose und Aaron noch in der Nacht rufen und sagte: Auf, zieht fort aus der Mitte meines Volkes, ihr und auch die Israeliten! Geht und dient dem Herrn, wie ihr gesagt habt!

 42 Eine Nacht des Wachens war es für den Herrn, als er sie aus dem Land Ägypten herausführte. Als eine Nacht des Wachens für den Herrn gilt sie den Israeliten in allen Generationen.

Wir wissen, was Jesus in dieser Nacht, nach diesem Mahl tat: ER ging hinaus in den Garten Getsemanie, schwitze Blut, wurde gefangen genommen: das wahre Opferlamm, ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm, wird zum Opferaltar getragen: das Kreuz.

ER ist das Opfer für die Sünde der Welt.

 

 

 

 

Das Feueropfer für den Herrn

Im Buch Lev Kap. 23 finden wir folgende Version:

Das sind die Feste des Herrn, Tage heiliger Versammlungen, die ihr zur festgesetzten Zeit ausrufen sollt: Im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, in der Abenddämmerung, ist Pessach für den Herrn.

Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der Ungesäuerten Brote für den Herrn. Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Am ersten Tag habt ihr heilige Versammlung; ihr dürft keine schwere Arbeit verrichten. Sieben Tage hindurch sollt ihr ein Feueropfer für den Herrn darbringen. Am siebten Tag ist heilige Versammlung; da dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.

Feueropfer des HERRN:
Von diesem Feueropfer heißt es in Deut 18,1:
Den levitischen Priestern soll kein Landanteil noch Erbbesitz mit Israel zufallen. Sie sollen sich von den dem HERRN dargebrachten (Feuer-)Opfern ernähren.

Im Abendmahlssaal sagt Jesus: Nehmt und esst, das ist mein Leib!

Jesus, das wahre Opferlamm, die das Brot, von dem wir uns für das Himmelreich ernähren sollen.

 

Papst Johannes Paul II., in Ecclesia de eucharistia, formuliert dies so:

Haben die Apostel, die beim Letzten Abendmahl teilnahmen, den Sinn der Worte aus dem Mund Christi verstanden? Wahrscheinlich nicht. Diese Worte sollten erst am Ende des Triduum sacrum, des Zeitraums vom Donnerstagabend bis zum Sonntagmorgen, ganz klar werden. In diese Tage ist das mysterium paschale eingeschrieben, in sie ist auch das mysterium eucharisticum eingeschrieben. (Nr. 2)

Mit diesen oder ähnlichen Worten weist die Kirche auf Christus im Geheimnis seines Leidens hin und offenbart darin auch ihr eigenes Mysterium: Ecclesia de Eucharistia. Wenn die Kirche mit der pfingstlichen Gabe des Heiligen Geistes ans Licht tritt und sich auf die Straßen der Welt begibt, so ist ein entscheidender Moment ihrer Entstehung sicherlich die Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlssaal. Ihr Fundament und ihre Quelle ist das gesamte Triduum paschale. Dieses aber ist in der eucharistischen Gabe gewissermaßen gesammelt, vorweggenommen und für immer »konzentriert«. In dieser Gabe übereignete Jesus Christus der Kirche die immerwährende Vergegenwärtigung des Ostermysteriums. Mit ihr stiftete er eine geheimnisvolle »Gleichzeitigkeit« zwischen jenem Triduum und dem Gang aller Jahrhunderte. (Nr. 5)

Das Pascha Christi umfaßt mit dem Leiden und dem Tod auch seine Auferstehung. Daran erinnert die Akklamation des Volkes nach der Wandlung: »Deine Auferstehung preisen wir«. Tatsächlich macht das eucharistische Opfer nicht nur das Mysterium vom Leiden und Tod des Erlösers gegenwärtig, sondern auch das Mysterium der Auferstehung, in der das Opfer seine Vollendung findet. Weil Christus lebt und auferstanden ist, kann er sich in der Eucharistie zum »Brot des Lebens« (Joh 6, 35.48), zum »lebendigen Brot« (Joh 6, 51) machen. Daran erinnerte der heilige Ambrosius die Neugetauften und wandte das Ereignis der Auferstehung auf ihr Leben an: »Wenn heute Christus dein ist, so steht er für dich jeden Tag von den Toten auf«.20 Der heilige Cyrill von Alexandrien unterstrich seinerseits, daß die Teilnahme an den heiligen Mysterien »ein wahres Bekenntnis und ein wahres Gedächtnis daran sind, daß der Herr gestorben und zum Leben zurückgekehrt ist für uns und für unser Heil«. (15)

In den synoptischen Evangelien geht die Erzählung weiter mit dem Auftrag Jesu an die Jünger, den »großen Saal« sorgfältig vorzubereiten, um das Paschamahl essen zu können (vgl. Mk 14, 15; Lk 22, 12). Hierauf folgt der Bericht von der Einsetzung der Eucharistie. Die Erzählung läßt wenigstens teilweise den Rahmen der jüdischen Riten des Paschamahls bis zum Lobgesang des Hallel (vgl. Mt 26, 30; Mk 14, 26) erahnen und enthält in knapper und doch feierlicher Form - in den Varianten der verschiedenen Überlieferungen - die Worte, die Christus über das Brot und den Wein sprach, die er als konkrete Zeichen für seinen geopferten Leib und für sein vergossenes Blut gebrauchte. Die Evangelisten erinnern an all diese Einzelheiten im Licht einer Praxis des »Brotbrechens«, die sich in der Urkirche bereits gefestigt hatte. Aber sicher trägt das Geschehen des Gründonnerstags, ausgehend von der gelebten Geschichte Jesu, sichtbar die Züge einer liturgischen »Sensibilität« an sich, die auf alttestamentlicher Tradition beruhte und für eine Neugestaltung in Übereinstimmung mit dem neuen Inhalt des Pascha in der christlichen Feier offen war. (Nr. 47)

Mysterium fidei! Wenn die Eucharistie ein Geheimnis des Glaubens ist, das unseren Verstand so weit überragt, daß von uns eine ganz reine Hingabe an das Wort Gottes gefordert wird, kann uns niemand so wie Maria Stütze und Wegweiserin sein, um eine solche Haltung zu erwerben. Wenn wir das Tun Christi beim Letzten Abendmahl in Treue zu seinem Auftrag »Tut dies zu meinem Gedächtnis!« wiederholen, nehmen wir zugleich die Einladung Marias an, ihm ohne Zögern zu gehorchen: »Was er euch sagt, das tut« (Joh 2, 5). Es scheint, daß Maria mit der mütterlichen Sorge, die sie bei der Hochzeit in Kana an den Tag legte, uns sagen möchte: »Zögert nicht, vertraut auf das Wort meines Sohnes. Er, der fähig war, Wasser in Wein zu verwandeln, ist ebenso fähig, aus dem Brot und dem Wein seinen Leib und sein Blut zu machen und in diesem Mysterium den Gläubigen das lebendige Gedächtnis seines Pascha zu übergeben, um auf diese Weise zum "Brot des Lebens" zu werden«. (Nr. 54)