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Auftrag an die Hl. Hildegard

 

(Wisse die Wege, 2012 Beuroner Kunstverlag, S. 16-17)

 

Und ich habe diese Dinge nicht nach der Erfindung meines Herzens oder irgendeines Menschen geschrieben, sondern wie ich sie im himmlischen Bereich gesehen, gehört und durch die verborgenen Geheimnisse Gottes empfangen habe.

 

Nicht mit den äußeren Sinnen Hören und Sehen hat die Hl Hildegard das, was sie in Scivias niedergeschrieben hat, empfangen, sondern durch inneres, geistiges Sehen und Hören. Außerdem ist ihr das Verständnis für das Gehörte und Gesehene geschenkt worden.

 

Sie gibt auch genau die Zeit an, in der diese Visionen und die Niederschrift entstanden sind: in der Zeit zwischen 1145 und 1153. Hildegard war also 47 Jahre alt.

 

Sie erhält den Auftrag: Verkünde es also laut, und schreibe es so nieder!

 

Gott selbst sagt ihr, dass sie zur Offenbarung von Verborgenem bestimmt sei. ER nennt sich selbst das lebendige Licht, das das Dunkel erleuchtet. ER hat sich Hildegard ausgesucht und sie erschüttert. Er hat sie über das Maß der alten Menschen hinausgestellt. Erschüttert und hingestreckt hat er sie, damit sie sich nicht überhebe, sondern in tiefer Demut das weitergebe, was sie empfangen hat. Gott hat sich einen Menschen in ihr ausgesucht, der in den Augen der Menschen nichts gilt. Auch hat er ihr einen Menschen zur Seite gestellt, nämlich den Mönch Volmar, der ihr auf diesem Wege zur Seite steht. Durch viele körperliche Schmerzen und Leiden hat sich Gott in Hildegard einen Menschen gebildet, der frei ist von widersetzlicher Sicherheit: Ich habe die Spalten seines Herzens schützend umgeben, damit sein Geist sich nicht in Stolz oder Ruhmsucht erhebt, sondern in alldem mehr Furcht und Schmerz als Freude und Übermut hat.