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Die Bekehrung des Paulus

 

Eine außergewöhnliche Lebenswende wird uns in der Hl. Schrift vom Hl. Paulus berichtet. Dreimal überliefert sie uns Lukas in seiner Apostelgeschichte (Apg 9,1ff.; 22,5ff.; 26,9ff.). Paulus selbst berichtet uns davon in seinem Brief an die Galater (Gal 1,11ff.).

Wenn auch für alle anderen Christen diese Wende nicht so dramatisch verlaufen ist wie beim Hl. Paulus, so lehrt sie uns doch, worauf es für jeden Christen im Glauben ankommt.

Schauen wir genauer hin, wie sich diese Bekehrung vollzog.

Zum ersten Mal erfahren wir in der Apostelgeschichte von einem Saulus im Zusammenhang mit der Steinigung des Stephanus. (Man kann davon ausgehen, dass der römische Name des Saulus Paulus war). Dort hören wir die Bemerkung: Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt. (8,1) Eine große Verfolgung war über die Kirche in Jerusalem hereingebrochen, an der Saulus maßgeblich beteiligt war: Saulus suchte die Kirche zu vernichten. Er drang in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen weg uns warf sin in den Kerker. (8,3) Stephanus war also nicht der einzige Christ, dessen Tod Saulus auf dem Gewissen hatte.

Etwa um das Jahr 36 n. Chr. ereignet sich dann folgendes:

Saulus wütete noch immer mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohepriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des Weges Jesu, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen.

Wieder einmal war Paulus unterwegs, weil er der festen Überzeugung war, dass die Christen einen falschen Weg gehen und er sie daran mit Gewalt hindern müsse.

Vor den Toren der Stadt Damaskus aber 3geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst! Die Männer aber, die mit ihm unterwegs waren, standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Saulus erhob sich vom Boden. Obwohl seine Augen offen waren, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind und er aß nicht und trank nicht.

Was also Paulus widerfuhr, nahmen die Begleiter nur zum Teil wahr: Sie hörten die Stimme zwar, aber von dem Licht erkannten sie nichts. Das Licht blendete ihn derart, dass er blind wurde. Nicht nur sein Geist, auch sein Körper wurde in einen eigenartigen Zustand versetzt, denn drei Tage lang aß und trank er nicht, was normalerweise zu gesundheitlichen Störungen führt.

Diese Erfahrung zerstörte ihn nicht, sondern verwandelte ihn.

Nicht nur bei Paulus erfahren wir von übernatürlichen Phänomenen, sondern auch bei anderen Menschen. Denn: In Damaskus gab es auch schon Christen. Hananias war einer von ihnen. Von ihm werden ebenso außergewöhnliche geistige Erfahrungen berichtet. Auch zu ihm spricht der auferstandene Christus in einer Vision:

10 In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Siehe, hier bin ich, Herr. 11 Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zu der Straße, die man Die Gerade nennt, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus! Denn siehe, er betet 12 und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias hereinkommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht. 13 Hananias antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. 14 Auch hier hat er Vollmacht von den Hohepriestern, alle zu fesseln, die deinen Namen anrufen. 15 Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mir ein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. 16 Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss.

Von Paulus wird also in diesen drei Tagen berichtet, da er blind war und nichts aß und nichts trank, dass ihm Jesus in weiteren Visionen erschien und ihm Anweisungen gab.

Hananias wird alle Furcht genommen, sich um Paulus zu kümmern. Ja noch mehr. Ihm wird erstaunliches gesagt:

  • Paulus ist ein auserwähltes Werkzeug Gottes.
  • Paulus soll vor Völkern und Könige und die Söhne Israels den Namen Gottes tragen.
  • Paulus wird viel für den Namen Jesu leiden müssen.

Hananias führt treu diesen Auftrag aus:

 17 Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte ihm die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg, den du gekommen bist, erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. 18 Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. 19 Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften.

Paulus lässt sich also taufen, wird vom Heiligen Geist erfüllt und kann wieder sehen. Er kann wieder essen und kommt wieder zu Kräften.

Nur einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus.

Der so bekehrte Paulus bleibt nicht für sich, sondern verkündete Jesus in den Synagogen: Dieser ist der Sohn Gottes! (v.20)

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich nun die Kunde: 21 Alle, die es hörten, waren fassungslos und sagten: Ist das nicht der Mann, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen? Und ist er nicht auch hierhergekommen, um sie gefesselt vor die Hohepriester zu führen? 22 Saulus aber trat umso kraftvoller auf und brachte die Juden in Damaskus in Verwirrung, weil er ihnen darlegte, dass Jesus der Christus ist.

Einige Zeit – so berichtet die Apostelgeschichte – konnte Paulus so wirken. Doch nicht lange, und man trachtete ihm nach dem Leben: 24 Doch ihr Plan wurde dem Saulus bekannt. Sie bewachten sogar Tag und Nacht die Stadttore, um ihn zu beseitigen. 25 Aber seine Jünger nahmen ihn und ließen ihn bei Nacht in einem Korb die Stadtmauer hinab.

So machte sich Paulus auf den Weg nach Jerusalem: 26 Als er nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Aber alle fürchteten sich vor ihm, weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger war. 27 Barnabas jedoch nahm sich seiner an und brachte ihn zu den Aposteln. Er berichtete ihnen, wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser zu ihm gesprochen habe und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu aufgetreten sei. 28 So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und aus, trat freimütig im Namen des Herrn auf 29 und führte auch Streitgespräche mit den Hellenisten. Diese aber planten, ihn zu töten. 30 Als die Brüder das erkannten, brachten sie ihn nach Cäsarea hinab und schickten ihn von dort nach Tarsus.

Nicht nur Juden also trachteten ihm nach dem Leben, sondern auch Hellenisten. Seine Zuflucht wurde für einige Zeit Tarsus.

Lukas berichtet uns dann, dass Barnabas in dort besuchte:

25 Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen. 26 Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.

Paulus berichtet selbst von diesen Erlebnissen, als er in Jerusalem gefangen genommen wurde und sich von dem Wachmann die Erlaubnis gegeben hatte, vor dem Volk vor der Burg Antonia zu sprechen (Apg 22,1ff.):

Ich bin ein Jude, geboren in Tarsus in Kilikien, hier in dieser Stadt erzogen, zu Füßen Gamaliëls genau nach dem Gesetz der Väter ausgebildet, ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid. Ich habe diesen Weg bis auf den Tod verfolgt, habe Männer und Frauen gefesselt und in die Gefängnisse eingeliefert. Das bezeugen mir der Hohepriester und der ganze Rat der Ältesten. Von ihnen erhielt ich auch Briefe an die Brüder und begab mich nach Damaskus, um auch jene, die dort waren, zu fesseln und zur Bestrafung nach Jerusalem zu bringen. Als ich nun unterwegs war und mich Damaskus näherte, da geschah es, dass mich um die Mittagszeit plötzlich vom Himmel her ein helles Licht umstrahlte. Ich stürzte zu Boden und hörte eine Stimme zu mir sagen: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Ich antwortete: Wer bist du, Herr? Er sagte zu mir: Ich bin Jesus, der Nazoräer, den du verfolgst. Meine Begleiter sahen zwar das Licht, die Stimme dessen aber, der zu mir sprach, hörten sie nicht. 10 Ich sagte: Herr, was soll ich tun? Der Herr antwortete: Steh auf und geh nach Damaskus, dort wird dir alles gesagt werden, was dir zu tun bestimmt ist. 11 Da ich aber vom Glanz jenes Lichtes geblendet war, sodass ich nicht mehr sehen konnte, wurde ich von meinen Begleitern an der Hand geführt und gelangte so nach Damaskus.

12 Ein gewisser Hananias, ein frommer Mann nach dem Gesetz, der bei allen Juden dort in gutem Ruf stand, 13 kam zu mir, trat vor mich und sagte: Bruder Saul, du sollst wieder sehen! Und im gleichen Augenblick konnte ich ihn sehen. 14 Er sagte: Der Gott unserer Väter hat dich dazu erwählt, seinen Willen zu erkennen, den Gerechten zu sehen und die Stimme seines Mundes zu hören; 15 denn du wirst vor allen Menschen sein Zeuge sein für das, was du gesehen und gehört hast. 16 Was zögerst du jetzt? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen und rufe seinen Namen an! 17 Es geschah aber, als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Tempel betete, dass ich in eine Verzückung geriet. 18 Und ich sah ihn, wie er zu mir sagte: Beeil dich, verlasse sofort Jerusalem; denn sie werden dein Zeugnis über mich nicht annehmen. 19 Da sagte ich: Herr, sie wissen doch, dass ich es war, der jene, die an dich glauben, ins Gefängnis werfen und in den Synagogen auspeitschen ließ. 20 Auch als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, stand ich dabei; ich stimmte zu und passte auf die Kleider derer auf, die ihn umbrachten. 21 Aber er sagte zu mir: Brich auf, denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden!

In diesem Selbstzeugnis – von Lukas überliefert – gibt uns Paulus noch intimere Einblicke in das, was Christus ihm offenbarte. Wir erhalten eine schwache Ahnung in die Art und Weise, wie Christus sich ihm gegenüber verhält, wie Er sich ihm zeigt und mit ihm spricht. Wir können davon ausgehen, dass diese Art des Umgangs mit Christus ihm bis zu seinem Lebensende erhalten blieb.

Ein zweites Mal kann Paulus Einblick geben in sein Leben. Diesmal vor Kaiser Agrippa, der in Jerusalem in jenen Tagen weilte (Apg 26,1ff.):

Das Leben, das ich seit meiner Jugend bei meinem Volk und in Jerusalem geführt habe, ist allen Juden von Anfang an bekannt. Ich bin ihnen von früher her bekannt, und wenn sie wollen, können sie bezeugen, dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe, nämlich als Pharisäer. Und jetzt stehe ich vor Gericht wegen der Hoffnung auf die Verheißung, die von Gott an unsere Väter ergangen ist. Unser Zwölfstämmevolk hofft, sie zu erlangen, und deshalb dient es Gott unablässig bei Tag und Nacht. Dieser Hoffnung wegen, König, werde ich von den Juden angeklagt. Warum haltet ihr es für unglaubhaft, dass Gott Tote auferweckt? Ich selbst meinte, ich müsste den Namen Jesu, des Nazoräers, heftig bekämpfen. 10 Das habe ich in Jerusalem denn auch getan. Ich ließ mir von den Hohepriestern Vollmacht geben und sperrte viele der Heiligen ins Gefängnis; und wenn sie getötet werden sollten, stimmte ich zu. 11 Und in allen Synagogen habe ich oft versucht, sie durch Strafen zur Lästerung zu zwingen; in maßloser Wut habe ich sie sogar bis in Städte außerhalb des Landes verfolgt.

12 So zog ich auch mit der Vollmacht und Erlaubnis der Hohepriester nach Damaskus. 13 Da sah ich unterwegs, König, mitten am Tag ein Licht, das mich und meine Begleiter vom Himmel her umstrahlte, heller als die Sonne. 14 Wir alle stürzten zu Boden und ich hörte eine Stimme auf Hebräisch zu mir sagen: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Es wird dir schwerfallen, gegen den Stachel auszuschlagen. 15 Ich antwortete: Wer bist du, Herr? Der Herr sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. 16 Steh auf, stell dich auf deine Füße! Denn ich bin dir erschienen, um dich zum Diener und Zeugen dessen zu erwählen, was du gesehen hast und wie ich mich dir noch zeigen werde. 17 Ich will dich aus dem Volk und den Heiden aussondern, zu denen ich dich sende, 18 um ihnen die Augen zu öffnen. Denn sie sollen sich von der Finsternis zum Licht und von der Macht des Satans zu Gott bekehren und sollen durch den Glauben an mich die Vergebung der Sünden empfangen und mit den Geheiligten am Erbe teilhaben.

19 Daher, König Agrippa, habe ich mich der himmlischen Erscheinung nicht widersetzt, 20 sondern zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem, dann im ganzen Land Judäa und bei den Heiden verkündet, sie sollten umkehren, sich Gott zuwenden und der Umkehr entsprechende Taten tun. 21 Aus diesem Grund haben mich einige Juden im Tempel ergriffen und versucht, mich umzubringen. 22 Doch ich habe Gottes Hilfe erfahren bis zum heutigen Tag; so stehe ich da als Zeuge für Groß und Klein und sage nichts anderes als das, was nach dem Wort der Propheten und des Mose geschehen soll: 23 dass der Christus leiden müsse und dass er, als Erster von den Toten auferstanden, dem Volk und den Heiden ein Licht verkünden werde.

 

Im Brief an die Galater(1,11 – 2,20) gibt uns Paulus höchstpersönlich Einblick, was diese Hinwendung zu Christus in ihm bewirkt hat: Er lebt in Christus, Christus lebt in ihm.

11 Ich erkläre euch, Brüder und Schwestern: Das Evangelium, das ich verkündet habe, stammt nicht von Menschen; 12 ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi empfangen.

Paulus legt also mit Nachdruck wert darauf, dass seine Verkündigung nicht auf Menschenweisheit, sondern auf die Offenbarung Jesu Christi gründet. Was er sagt, sagt er nicht aus sich, sondern von Gott geoffenbart. Nicht er denkt sich diese Wahrheiten aus, sondern er hat sie von Gott empfangen.

 13 Ihr habt doch von meinem früheren Lebenswandel im Judentum gehört und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte. 14 Im Judentum machte ich größere Fortschritte als die meisten Altersgenossen in meinem Volk und mit dem größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein. 15 Als es aber Gott gefiel, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnade berufen hat, 16 in mir seinen Sohn zu offenbaren, damit ich ihn unter den Völkern verkünde, da zog ich nicht Fleisch und Blut zu Rate; 17 ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück.

Doch erfuhr er eine Bestätigung der Wahrheit, die er verkündet, durch die Begegnung mit Petrus/Kephas:

18 Drei Jahre später ging ich nach Jerusalem hinauf, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Von den anderen Aposteln sah ich keinen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. 20 Was ich euch hier schreibe – siehe, bei Gott, ich lüge nicht. 21 Danach ging ich in das Gebiet von Syrien und Kilikien. 22 Den Gemeinden Christi in Judäa aber blieb ich persönlich unbekannt, 23 sie hörten nur: Er, der uns einst verfolgte, verkündet jetzt den Glauben, den er früher vernichten wollte. 24 Und sie lobten Gott um meinetwillen.

Die Gemeinschaft mit den übrigen Aposteln gibt ihm die Gewähr, dass er nichts ins Leere laufe:

Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit. Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte der Gemeinde und im Besonderen den Angesehenen das Evangelium vor, das ich unter den Völkern verkünde; ich wollte sicher sein, dass ich nicht ins Leere laufe oder gelaufen bin…. Sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die Säulen Ansehen genießen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen. 10 Nur sollten wir an die Armen denken; und das zu tun, habe ich mich eifrig bemüht.

Das Neue, das Paulus durch seine Hinwendung zu Christus erfahren hat, beschreibt er dann schließlich so:

15 Wir, die wir von Geburt Juden sind und nicht Sünder aus den Heiden, 16 wissen, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerecht wird, sondern aus dem Glauben an Jesus Christus; so sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gelangt, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Fleisch gerecht. 17 Wenn nun auch wir, die wir in Christus gerecht zu werden suchen, als Sünder erfunden werden, ist dann Christus etwa Diener der Sünde? Keineswegs! 18 Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, dann stelle ich mich selbst als Übertreter hin. 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt worden. 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Was ich nun im Fleische lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.

Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. In Christus sein – dies ist das Leben im Glauben, das Paulus von Christus geschenkt wurde

Dies auch ist die Botschaft dieses großen Apostels an uns Christen.

 

Die Kirche feiert übrigens das Fest der Bekehrung des Hl. Paulus am 25. Januar.

 

Pfr. R. Gabriel M. Maiwald, Jan. 2019