Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Die Sinnbilder des Hl. Geistes

 

 

Schon im Alten Testament ist sehr oft vom Hl. Geist, der Dritten Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, die Rede. Gemeint sind die sog. Sinnbilder für den Hl. Geist, die uns helfen sollen, ihn und Sein Wirken besser zu verstehen.

Die neun Sinnbilder des Heiligen Geistes nach dem Katechismus der Katholischen Kirche sind (KKK 694-701):

1. Das Wasser, 2. Die Salbung, 3. Das Feuer, 4. Die Wolke, 5. Das Licht, 6. Das Siegel, 7. Die Hand, 8. Der Finger, 9. Die Taube

 

Der Name und die Benennungen des Heiligen Geistes

 

Der Namen der dritten Person der Hll. Dreifaltigkeit ist: „Heiliger Geist“. Diesen hat die Kirche von Jesus Christus selbst übernommen.

Nicht selten spricht Jesus von Ihm. Im sog. Missionsbefehl gibt er den Auftrag (Mt 28,18f.): Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Hl. Geist nennt Er ihn. Die Wortbedeutung im Hebräischen ist da bedeutsam:

KKK 691: Der Ausdruck „Geist“ gibt das hebräische Wort „Ruach“ wieder, das zunächst Hauch, Luft, Wind bedeutet. Jesus gebraucht das eindrucksvolle Bild vom Wind, um Nikodemus das ganz Neue dessen verspüren zu lassen, der der Hauch Gottes, der göttliche Geist in Person ist (Joh 3,5-8).

Die Dritte Person der Heiligsten Dreifaltigkeit wird uns also im Bild von ‚Hauch‘, ‚Luft‘, ‚Wind‘ nahegebracht.

Darüber hinaus finden wir verschiedene Benennungen des Heiligen Geistes: „Paraklet“, wörtlich: „ad-vocatus“, der „Herbeigerufene“, was gewöhnlich mit „Tröster“ oder „Beistand“ wiedergegeben wird (KKK 692).

KKK 692: Der Herr selbst nennt den Heiligen Geist „Geist der Wahrheit“ (Joh 16,13).

Darüber hinaus werden uns in der Hl. Schrift verschiedene Sinnbilder für den Hl. Geist genannt, neun an der Zahl.

 

Was sind Sinnbilder?

 

Im Französischen werden sie les symboles genannt, dt. auch Symbole.

In unserem menschlichen Leben haben Zeichen und Sinnbilder einen wichtigen Platz. Der Mensch ist ja zu zugleich ein leibliches und geistiges Wesen. Er äußert und gewahrt die geistigen Wirklichkeiten durch materielle Zeichen und Symbole. Als gesellschaftliches Wesen benötigt der Mensch Zeichen und Sinnbilder, um durch die Sprache, durch Gesten und Handlungen mit anderen verbunden zu sein.

Das gleiche gilt für seine Beziehung zu Gott.

KKK 1147: Gott spricht zum Menschen durch die sichtbare Schöpfung. Der materielle Kosmos bietet sich dem Verstand des Menschen dar, damit er in ihm die Spuren seines Schöpfers wahrnehme. Licht und Nacht, Wind und Feuer, Wasser und Erde, Bäume und Früchte sprechen von Gott und versinnbildlichen zugleich seine Größe und seine Nähe.

In Seinem Reden nimmt Jesus viele Zeichen auf, um uns seine Botschaft verständlich zu machen: Bei seinen Predigten gebraucht Jesus, der Herr, oft Zeichen aus der Schöpfung, um die Mysterien des Reiches Gottes zu veranschaulichen. (KKK 1151)

Sinnbilder, Symbole sind also materielle Zeichen für geistige Wirklichkeiten. Gott spricht zu uns durch sie. Durch sie werden uns Mysterien Gottes veranschaulicht.

Auf diesem Wege müssen wir uns den ‚Sinnbildern des Heiligen Geistes‘ nähern. Es sind Zeichen, durch die uns das unaussprechliche Geheimnis der dritten Person der Heiligsten Dreifaltigkeit nahegebracht werden.

 

Der Name des Hl. Geistes: Geist - Hauch - Wind – Atem

 

In seinem Gespräch mit dem Pharisäer Nikodemus (Joh 3) spielt Jesus mit der Mehrdeutigkeit des hebräischen Wortes für ‚Geist‘, ruach:

1 Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden. 2 Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist. 3 Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden. 5 Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind (Hauch - Atem) weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen? 10 Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? 11 Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. 12 Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche? 13 Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. 14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, 15 damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat. 16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

 

Erfahrung des Atems

 

Die Erfahrung unseres eigenen Atems kann uns helfen, dem Wesen des Hl. Geistes näher zu kommen.

Unser Atem geschieht gewöhnlich von uns völlig unbeachtet: Wir atmen aus und ein, ohne diesen Vorgang bewusst zu leiten. Die Luft, die uns umgibt, nehmen wir durch die Nase auf, sie passiert den Rachen und die Luftröhre, um in der Lunge den wertvollen Sauerstoff dem Blut zuzufügen.

Über die Lungen gelangt der Sauerstoff aus dem Atem durch die Blutzirkulation in den ganzen Körper: Jede Zelle unseres Körpers wird auf diese Weise gut genährt.

Bei Atmen geschieht ein ständiger Austausch zwischen Außenwelt und unserem Körper.

Es gibt aber noch ein anderes ‚Atmen‘: Den ständigen Austausch zwischen Körper und Seele. Durch die Sinne nimmt unsere Seele Eindrücke unserer Umwelt auf, nimmt sie in sich auf, atmet sie, um von ihr genährt zu werden. So nehmen wir das Atmen zwischen Körper und Seele wahr: die Seele belebt fortwährend unseren Leib.

Nun gibt es aber auch noch das Innerste unserer Seele: unser Tiefstes - unser inneres Herz - unseren Geist. Der Geist atmet aus und ein: Er beatmet unsere Seele.

Die höchste Form der Atmung: Der Heilige Geist haucht uns an, wir atmen ein, atmen wieder aus und geben dem Geist, was er uns gibt.

Es gibt einen Liedvers, der dies schön zum Ausdruck bringt: Atme mich, du Geist in meiner Seele.

In der Anbetung meditierend diesem Geheimnis nachzugehen, hilft uns, die Gegenwart unseres Geistes und des Hl. Geistes deutlicher wahrzunehmen.

 

* * *

 

Schauen wir uns nun die verschiedenen Sinnbilder für den Hl. Geist genauer an, um mit dem Hl. Geist selbst vertrauter zu werden.

 

Das Sinnbild des Wassers

 

Das erste Sinnbild des Hl. Geistes erklärt der Katechismus der Katholischen Kirche so:

KKK 694: Das Wasser. Bei der Taufe ist das Wasser ein Sinnbild des Wirkens des Heiligen Geistes, denn nach der Anrufung des Heiligen Geistes wird es zum wirksamen sakramentalen Zeichen der Wiedergeburt. So wie wir im Fruchtwasser unserer ersten Geburt entgegenwuchsen, ist das Taufwasser ein Zeichen dafür, dass unsere Geburt zum göttlichen Leben uns im Heiligen Geist geschenkt wird. "In einem Geist getauft", sind wir auch "mit dem einen Geist getränkt" (1 Kor 12,13). Der Geist ist also in Person das lebendige Wasser, das aus dem gekreuzigten Christus quillt [Vgl. Joh 19,34; 1 Joh 5,8] und uns das ewige Leben schenkt [Vgl. Job 4,10—14; 7,38; Ex 17,1—6; Jes 55,1; Sach 14,8; 1 Kor 10,4; Orfb 21,6;22,17]

Bei der Taufe wird nach der Anrufung des Heiligen Geistes das Wasser „zum wirksamen sakramentalen Zeichen der Wiedergeburt“.

Es wird eine aufschlussreiche Verbindung hergestellt: „So wie wir im Fruchtwasser unserer ersten Geburt entgegenwuchsen, ist das Taufwasser ein Zeichen dafür, dass unsere Geburt zum göttlichen Leben uns im Heiligen Geist geschenkt wird.“

Paulus erklärt uns: In einem Geist getauft, sind wir auch mit dem einen Geist getränkt. (vgl.1 Kor 12,13).

Ja, noch mehr: Der Hl. Geist ist das lebendige Wasser in Person: Der Geist ist also in Person das lebendige Wasser, das aus dem gekreuzigten Christus quillt und uns das ewige Leben schenkt.

Verdeutlichen können wir uns dieses Geschehen an dem Gespräch, das Jesus Christus mit der Samariterin am Brunnen führt (Joh 4,1ff.):

Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes – allerdings taufte nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger –; daraufhin verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. Er musste aber den Weg durch Samarien nehmen. So kam er zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.

Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. 10 Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? 12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? 13 Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; 14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. 15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen!

Jesus beschreibt in wunderbarer Klarheit das Wirken des Hl. Geistes in uns: Das Wasser, das Er uns gibt, wird in uns zu einer Quelle, deren Wasser ins ewige Leben fließt.

 

 

Das Sinnbild der Salbung

 

KKK 695 Die Salbung. Ein Sinnbild des Heiligen Geistes ist auch die Salbung mit [Vgl. 1 Joh 2,20.27;2 Kor 1,21] und zwar so sehr, dass sie zu einem Synonym für ihn wird [Vgl. Ex 30,22—32]. In der christlichen Initiation ist sie das sakramentale Zeichen der Firmung, die in den Ostkirchen deshalb "Chrismation" genannt wird. Um jedoch die ganze Bedeutungskraft dieses Sinnbildes zu erfassen, muß man auf die erste Salbung zurückkommen, die der Heilige Geist vorgenommen hat: die Salbung Jesu. "Christus" [Übersetzung des hebräischen Wortes "Messias"] bedeutet der mit dem Geist Gottes "Gesalbte". Schon im Alten Bund gab es "Gesalbte" des Herrn [Vgl. 1 Sam 16,13]; vor allem David war ein Gesalbte Jesus ist aber der einzigartig von Gott Gesalbte: die menschliche Natur, die der Sohn annimmt, ist ganz "vom Heiligen Geist gesalbt". Jesus wird durch den Heiligen Geist zum "Christus" [Vgl. Lk 4,18—19; Jes 61,1]. Die Jungfrau Maria empfängt Christus durch den Heiligen Geist, der ihn durch den Engel schon bei seiner Geburt als Christus bekanntgibt [Vgl. Lk 2,11]und der Simeon in den Tempel führt, damit dieser den Gesalbten des Herrn sehe [Vgl. Lk 2,26—27]. Er ist es, der Christus erfüllt [Vgl. Lk4,1] und dessen Kraft von Christus ausgeht, wenn dieser Heilungen und Heilstaten vollbringt [Vgl. Lk 6,19; 8,46]. Er endlich ist es, der Jesus von den Toten auferweckt [Vgl. Röm 1,4; 8,11]. In seiner Menschennatur, die Siegerin ist über den Tod [Vgl. Apg 2,36], voll und ganz zum "Christus" geworden, spendet Jesus überreichlich den Heiligen Geist, bis "die Heiligen" in ihrer Vereinigung mit der Menschennatur des Gottessohnes zum "vollkommenen Menschen" werden und "Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen" (Eph 4,13): den "ganzen Christus", wie der hl. Augustinus sagt.

 

„Ein Sinnbild des Heiligen Geistes ist auch die Salbung mit Öl und zwar so sehr, dass sie zu einem Synonym für ihn wird.“

Johannes in Seinem Brief spricht davon: „Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es.“ (1 Joh 2:20)  Ebenso Paulus: „Gott aber, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat.“ (2 Kor 1,21)

Im Pfingst-Hymnus ‚Veni Creator Spiritus‘ wird der Hl. Geist genannt: spiritalis unctio, d.h. geistige Salbung.

 

Bei er körperlichen Salbung geschieht dies: Öl wird auf die Haut aufgetragen derart, dass das Öl mit der Haut sich untrennbar verbindet und in sie eindringt. Die Haut wird ganz und gar von Öl durchdrungen. Dies ist die Art uns Weise, wie der Hl. Geist uns durchdringt, wenn wir von Ihm gesalbt werden.

Die erste Salbung, die der Heilige Geist vorgenommen hat: die Salbung Jesu. Griechisch „Christus“, hebräisch „Messias“ bedeutet: der mit dem Geist Gottes „Gesalbte“.

Schon unter dem Alten Bund gab es Gesalbte: Saul, David.

Doch: „Jesus ist aber der einzigartig von Gott Gesalbte: die menschliche Natur, die der Sohn annimmt, ist ganz ‚vom Heiligen Geist gesalbt‘. Jesus wird durch den Heiligen Geist zum ‚Christus‘.“

Diese Salbung entfaltet sich sozusagen in Stufen:

  1. Die Jungfrau Maria empfängt Christus durch den Heiligen Geist, der ihn durch den Engel schon bei seiner Geburt als Christus bekanntgibt. (Lk 2,11)
  2. Der Heilige Geist führt Simeon in den Tempel, damit dieser den Gesalbten des Herrn sehe. (Lk 2,26-27)
  3. Er ist es, der Christus erfüllt, als er nach den Versuchungen die Wüste verlässt. (Lk 4,1)
  4. Er ist es, dessen Kraft von Christus ausgeht, wenn dieser Heilungen und Heilstaten vollbringen. (Lk 6,19; 8,46)
  5. Der Heilige Geist schließlich ist es, der Jesus von den Toten auferweckt. (Röm 1,4; 8,11)
  6. In seiner Menschennatur voll und ganz zum „Christus“ geworden, spendet Jesus überreichlich den Heiligen Geist, bis „die Heiligen“ in ihrer Vereinigung mit der Menschennatur des Gottessohnes zum „vollkommenen Menschen“ werden und „Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen“ (Eph 4,13): den „ganzen Christus“, wie der hl. Augustinus sagt.

 

Hier finden wir das entscheidende Wort: Die Salbung des Heiligen Geistes bewirkt, dass unsere menschliche Natur mit der göttlichen Natur Jesu Christi so vereinigt wird, dass Jesus darüber im Weinstockgleichnis (Joh 15) spricht: Ich in ihnen und sie in mir.

Das also, was das Öl mit der Haut vollbringt, sie nämlich ganz durchdringend, das vollbringt der Hl. Geist: Er vereint uns ganz und gar mit dem menschgewordenen Sohn und durch ihn mit dem Vater: „Lass sie alle eins sein, ich in ihnen und du in mir.“ (Joh 17)

 

Körperlich erlebbar wird dies, wenn wir uns selbst oder jemand uns einmal mit Öl salbt. Diese Erfahrung kann helfen, dass sich eine Ahnung öffnet für die Art und Weise, wie der Hl. Geist uns begegnet und wir ihm.

Es gibt ein Sakrament, das gerade von der Salbung seinen Namen hat: Die Krankensalbung. Bei Spendung dieses Sakramentes durch den Priester kommen mehrere Zeichen zusammen. Die Salbung mit Öl und die Auflegung der Hände.

 

Das Sinnbild des Feuers

 

Neben das Sinnbild des Wassers tritt auch das des Feuers. Zwei ganz gegensätzliche Bilder, die sich aber wunderbar ergänzen.

In Katechismus finden wir diese Beschreibung:

696     Das Feuer. Während das Wasser die Geburt und die Fruchtbarkeit des Lebens versinnbildet, das im Heiligen Geist geschenkt wird, symbolisiert das Feuer die verwandelnde Kraft der Taten des Heiligen Geistes. Der Prophet Elija, der "aufstand wie Feuer und dessen Wort wie ein flammender Ofen [Vgl. 2 Kor 1,22; Eph 1,13;4,30] war (Sir 48,1), zieht durch sein Gebet auf das Opfer vom Berge Karmel Feuer vom Himmel herab [Vgl. 1 Kön 18,38—39] — Sinnbild des Feuers des Heiligen Geistes, der, was er erfasst, umwandelt. Johannes der Täufer, der "mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangeht" (Lk 1,17), kündigt Christus als den an, der "mit dem Heiligen Geist und mit Feuer tauft" (Lk 3,16). Von diesem Geist wird Jesus sagen: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen“ (Lk 12,49). In „Zungen wie von Feuer“ kommt der Heilige Geist am Pfingstmorgen auf die Jünger herab und erfüllt sie (Apg 2,3—4). In der geistlichen Überlieferung bleibt diese Symbolik des Feuers eines der sprechendsten Sinnbilder des Wirkens des Heiligen Geistes [Vgl. Johannes vom Kreuz, Ilama]. „Löscht den Geist nicht aus !“ (1 Thess 5,19).

Das Wasser bringen wir mit Geburt und Fruchtbarkeit des Lebens in Verbindung. Es ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, dass wir leben dürfen, von der Zeugung über die Geburt und das Erwachsenwerden bis hin zur Vollendung unseres Lebens bis zum Tod. Wasser steht also mehr im Zeichen des Wachsens.

Das Feuer kommt durch seine verwandelnde Kraft ins Spiel. Die Wärme, die vom Feuer ausgeht, denken wir nur an die lebenswichtige Sonne, den Feuerball am Himmel, bewirkt so mache Metamorphose auf unserer Erde.

Es wird ein Beispiel aus der Geschichte des Gottesvolkes genannt: der Prophet Elija, der zusammen mit Mose auf dem Berg der Verklärung mit Jesus im Gespräch ist.

Eine mächtige Tat des Elija im Namen des HERRN: durch sein Gebet kommt Feuer vom Himmel auf die Opfergaben, die er bereiten sollte in der Auseinandersetzung mit dem Baalspriestern (1 Kön 18,38ff.): 37 Erhöre mich, Herr, erhöre mich! Dieses Volk soll erkennen, dass du, Herr, der wahre Gott bist und dass du sein Herz zur Umkehr wendest. 38 Da kam das Feuer des Herrn herab und verzehrte das Brandopfer, das Holz, die Steine und die Erde. Auch das Wasser im Graben leckte es auf. 39 Das ganze Volk sah es, warf sich auf das Angesicht nieder und rief: Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott!

Johannes der Täufer ist es, der den großen Unterschied zu dem, was er wirken darf im Namen Gottes, nennt. Er verkündet, dass Jesus mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird. (Lk 3,16) Jesus bestätigt dies: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen.“ (Lk 12,49)

Zu Pfingsten ist das Feuer eines der großen Zeichen, die Aufsehen erregt bei den Bewohnern von Jerusalem: Zungen von Feuer sind über den Versammelten.

Der Hl. Caterina von Siena verkündet der Hl. Gott in ‚Gespräch von Gottes Vorsehung‘[1]: „Wohin immer er [der Mensch] sich wendet im geistlichen wie zeitlichen Bereich, er stößt auf nichts anderes als auf das Feuer und den Abgrund Meiner Liebe, auf die höchste, sanfte, wahre und vollkommene Vorsehung.“ Und an anderer Stelle[2] bekennt sie: „O ewiger Gott, o Licht über jedem Licht, von Dir geht jedes Licht aus! O Feuer über jedem Feuer, denn Du allein bist das Feuer, das brennt und nicht verzehrt; du verbrennst jegliche Sünde und Eigensucht, die du in der Seele vorfindest, nicht aber auf entmutigende Art, vielmehr bereicherst Du die Seele mit unstillbarer Liebe.“

  

Die Sinnbilder von Wolke und Licht

 

Auch hierfür finden sich in der Geschichte Israels und im Auftreten Jesu viele Beispiele:

697     Die Wolke und das Licht. Diese beiden Sinnbilder sind stets miteinander vorhanden, wenn der Heilige Geist in Erscheinung tritt. Schon bei den Theophanien des Alten Testamentes offenbart die bald dunkle, bald lichte Wolke den lebendigen, rettenden Gott, indem sie seine überirdische Herrlichkeit verhüllt. So bei Mose auf dem Berg Sinai [Vgl. Ex 24,15—18], im Offenbarungszelt [Vgl. Ex 33,9—10] und während des Durchzugs durch die Wüste [Vgl. Ex 40,36—38; 1 Kor 10,1—2]; bei Salomo bei der Tempelweihe [Vgl. 1 Kön 8,10-12]. Diese Bilder sind durch Christus im Heiligen Geist in Erfüllung gegangen. Der Geist kommt auf die Jungfrau Maria herab und „überschattet“ sie, damit sie Jesus empfängt und gebiert (Lk 1,35). Auf dem Berg der Verklärung kommt er in einer Wolke, „wirft einen Schatten“ über Jesus, Mose und Elija, Petrus, Jakobus und Johannes, und „eine Stimme aus der Wolke ruft: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,34—35). Die gleiche „Wolke“ entzieht schließlich Jesus am Tag der Himmelfahrt den Blicken der Jünger (Apg 1,9); am Tag seines Kommens wird sie ihn als den Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbaren [Vgl. Lk 21,27] .

Mit diesen beiden Sinnbildern tritt der Hl. Geist „in Erscheinung“, wird für uns sichtbar. „Herrlichkeit“ ist es (lat. gloria, gr. doxa, hebr. kabod), die das Innerste Geheimnis Gottes zu uns Menschen ausstrahlt. Diese Herrlichkeit wird verhüllt durch „die bald dunkle, bald lichte Wolke“. Gottes „überirdische Herrlichkeit“ wird verhüllt, muss verhüllt werden, da der Mensch in seiner schwachen Gestalt diese gar nicht wahrzunehmen vermag.

Beispiele werden genannt: der Berg Sinai, der in einer Wolke verhüllt wird, wenn Gott mit Mose auf dem Berg redet; die Wolke, die sich über das Offenbarungszelt legt, wenn Mose in es hineintritt, um vor Gottes Angesicht zu erscheinen; auf der Wüstenwanderung führt eine leuchtende Wolke bei Nacht und eine sichtbare Wolke bei Tag das Volk Israel den Weg; als Salomo den neu errichteten Tempel für die Bundeslade einweiht, bezeugt der Hl. Geist seien Gegenwart durch eine Wolke.

„Diese Bilder sind durch Christus im Heiligen Geist in Erfüllung gegangen.“

Die Vorzeichen des Hl. Geistes im Alten Bund finden ihre Erfüllung im Neuen und Ewigen Bund, den Christus mit seiner Menschheit stiftet: Maria ist der neue Tempel, in den der Sohn Gottes als Mensch einzieht durch die Überschattung des Heiligen Geistes. Bei der Verklärung auf dem Berg vor seinen Aposteln, wird Christus in eine Wolke gehüllt zum Zeichen für die Gegenwart des Hl. Geistes, und eine Stimme ruft, nämlich die Stimme des Vaters: Dies ist mein geliebter Sohn. Die Heiligste Dreifaltigkeit wird in Zeichen sichtbar bei dieser Gelegenheit: als Mensch Jesus Christus, als Stimme der Vater, als Wolke der Hl. Geist.

Bei der Himmelfahrt Christi vor den Jüngern nimmt eine Wolke, der Hl. Geist, den Auferstandenen auf in die Herrlichkeit des Vaters, denn der Hl. Geist ist die Liebe des Vaters und des Sohnes in Person.

In gleicher Weise, so verkünden die erstaunten Jünger, wird Christus wiederkommen am Ende der Tage, im Geheimnis des Hl. Geistes. Durch diesen Geist ist Er jetzt schon gegenwärtig, vor allem im Geheimnis der Eucharistie. Denn der Geist ist es, der die Gaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt.

 

Das Sinnbild des Siegels

 

Von der Salbung als Sinnbild des Hl. Geistes haben wir schon gehört. Das ‚Siegel‘ ist diesem sehr nahe:

KKK 698       
Das Siegel ist ein Sinnbild, das dem der Salbung nahesteht. Christus ist es ja, den "der Vater mit seinem Siegel beglaubigt" hat (Joh 6,27), und in ihm prägt der Vater auch uns sein Siegel ein (vgl. 2 Kor 1,22; Eph 1,13; 4,30). Weil das Bild des Siegels [griechisch "sphragis"] bei den Sakramenten der Taufe, der Firmung und der Weihe die unauslöschliche Wirkung der Salbung des Heiligen Geistes andeutet, wurde es in einigen theologischen Traditionen gebraucht, um den unauslöschlichen Charakter, das Mal, zum Ausdruck zu bringen, das diese drei unwiederholbaren Sakramente einprägen.

Gott, der Vater, hat Seinen einzigen Sohn, Menschgeworden aus Maria, mit „seinem Siegel beglaubigt“.

Ein Siegel wird unter Menschen benutzt, um die Autorschaft und den Ursprung von etwas zu bezeugen: Der Absender versieht einen Brief mit einem Siegel, um dafür zu sorgen, dass nur der Empfänger von dem Inhalt erfährt. Ist das Siegel intakt, wenn der Empfänger den Brief empfängt, weiß er, dass niemand von dem Inhalt erfahren hat. Höchste Vertraulichkeit wird damit gesichert.

Wenn Gott, der Vater, Seinen einzigen Sohn mit seinem Siegel beglaubigt hat, dann zeigt Er damit: Dieser ist der autorisierte Sohn; dieser Sohn kann in meinen Namen auftreten und wirken; wer diesen sieht, sieht mich; wer diesen hört, hört mich.

Durch Taufe und Firmung hat Gott auch den Christen dieses Siegel eingeprägt (1 Kor 1): 21Gott aber, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat, 22 er ist es auch, der uns sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil (am verheißenen Heil) den Geist in unser Herz gegeben hat. Ähnlich (Eph 1): 13 Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt. 14 Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit. Ebenso (Eph 4): 30 Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung.

 

Das Sinnbild der Hand

 

Die Hand des Menschen ist jenes Glied am Körper, das in besonderer Weise für seine Wirkungsmöglichkeit in der Welt steht: Wenn wir ‚Hand anlegen‘, gestalten wir, setzen wir etwas ‚ins Werk‘. Mit der Hand geben wir in unserem Kulturkreis ein Zeichen zum Gruß. Indem wir jemandem die Hand auflegen, bezeichnen wir besonderen Schutz. Die Hand ist also ein besonderes Organ der Zuwendung zum Mitmenschen.

Dies wird auch im Leben Jesu immer wieder deutlich:

KKK 699 Die Hand. Jesus heilt Kranke [Vgl. Mk 6,5;8,23] und segnet kleine Kinder [Vgl. Mk10,16], indem er ihnen die Hände auflegt. In seinem Namen tun die Apostel das gleiche [Vgl. Mk 16,18; Apg 5,12;14,3]. Durch die Auflegung der Hände der Apostel wird der Heilige Geist gespendet [Vgl. Apg 8,17—19;13,3;19,6]. Der Hebräerbrief rechnet die Handauflegung zu den "Grundelementen" seiner Lehre [Vgl. Hebr 6,2]. In ihren sakramentalen Epiklesen hat die Kirche dieses Zeichen der alles vermögenden Ausgießung des Heiligen Geistes bewahrt.

Durch die Hände Jesu wird Gottes Zuwendung zu den Menschen besonders deutlich. In der Nachfolge Jesu wird sodann durch die Handauflegung die Zuwendung Gottes im Hl. Geist verdeutlicht.

In der Eucharistiefeier breitet der Priester seine Hände über die Gaben aus, indem er den Hl. Geist auf sie herabruft, damit sie verwandelt werden: Brot und Wein in Leib und Blut Christi.

Bei der Firmung legt der Bischof dem Firmanden die Hände auf und besiegelt ihn mit dem Hl. Geist.

Dem Kranken legt der Priester die Hand auf, wenn er ihm die Krankensalbung spendet.

 

Das Sinnbild des Fingers

 

Aus dem berühmten Gemälde von Michelangelo aus der Sixtinischen Kapelle ist die Hand und der Finger Gottes besonders bekannt: Die  Erschaffung Adams stellt dieser Maler besonders eindrücklich dar. Der Finger Gottes berührt fast den Finger Adams, und so wird er zum Leben erweckt; sie berühren einander nicht, doch in minimalem Abstand sind sie zueinander.

Die Finger unserer Hand haben vielfältige Bedeutung und Funktion. In den Fingerkuppen hat der Mensch besonders empfindliche Sensoren. Die Berührung mit dem Finger ist von besonderer Zärtlichkeit geprägt.

So wundert es nicht, dass mit dem Finger Gottes Seine besondere Zärtlichkeit in Seiner Liebe zum Menschen zum Ausdruck kommt.

KKK 700 Der Finger. "Durch den Finger Gottes" treibt Jesus die Dämonen aus (Lk 11,20). Während das Gesetz Gottes vom "Finger Gottes" auf steinerne Tafeln geschrieben wurde (Ex 31,18), ist der von den Aposteln ausgefertigte "Brief Christi ... geschrieben ... mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern — wie auf Tafeln in Herzen von Fleisch" (2 Kor 3,3). Der Hymnus "Veni, Creator Spiritus" ruft den Heiligen Geist an als den "Finger der Rechten des Vaters".

 

 

Das Sinnbild der Taube

 

In wie vielen Kirchen ist dieses Bild gemalt oder dargestellt!

701     Die Taube. Am Ende der Sintflut (die ein Sinnbild der Taufe ist) kehrte die Taube, die von Noach aus der Arche herausgelassen worden war, mit einem frischen Ölzweig im Schnabel zurück als Zeichen dafür, dass die Erde wieder bewohnbar war [Vgl. Hebr 6,2]. Als Christus aus dem Wasser seiner Taufe steigt, läßt sich der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn nieder und ruht auf ihm [Vgl. Mt 3,16 pur]. Der Geist senkt sich in das gereinigte Herz der Getauften und ruht darin. In einzelnen Kirchen wird die heilige Eucharistie in einem taubenförmigen Metallbehälter [columbarium] aufbewahrt, der über dem Altar aufgehängt ist. Die Taube ist in der christlichen Ikonographie von jeher Sinnbild des Heiligen Geistes.

 

 

Gebete zu den Sinnbildern des Heiligen Geistes

 

Das Wasser

Gott Heiliger Geist!
Bei der Taufe ist das Wasser ein Sinnbild Deiner Gegenwart.
Durch Deine Anrufung sind wir durch das Wasserbad zum Ewigen Leben wiedergeboren worden:
In den Tod Jesu Christi hast Du uns getaucht, mit Ihm hast Du uns auferweckt zu einem unvergänglichen, himmlischen Leben.
Wir sind mit Deinem Geist getauft und mit Deinen Geist getränkt.
Hilf uns, dass wir immer inniger aus diesem Geheimnis leben.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Die Salbung

Gott Heiliger Geist!
Du bist die Salbung, die wir empfangen haben.
So wie das Öl die Haut ganz durchdringt und eins mit ihr wird, so durchdringst Du uns ganz und gar.
Wie Jesus der einzigartig von Gott Gesalbte ist, so sind auch wir mit Seiner Kraft gesalbt und dürfen uns deshalb Christen nennen.
Lass uns durch die Vereinigung mit Jesus Christus zum 'vollkommenen Menschen' werden und 'Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen'.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Das Feuer

Gott Heiliger Geist!
Du bist das Feuer, das auf die Erde geworfen ist, damit es brenne!
Feuer hat das Opfer verbrannt, das der Prophet Elija Gott dargebracht hat.
Am Pfingsttage kamen Zungen wir von Feuer auf die Jünger herab, als Du sie erfülltest. Komm auf mich herab, dass auch ich mit dem Heiligen Geist und mit Feuer getauft werde. Komm auf die Erde herab, damit sie erneuert und gereinigt werde. Entzünde in uns das Feuer Deiner Liebe, damit wir Dich und die Menschen lieben.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Die Wolke

Gott Heiliger Geist!
Im Zeichen der Wolke hast Du durch die Geschichte hindurch die Gegenwart des geheimnisvollen, verborgenen Gottes immer wieder sichtbar gemacht.
Den Berg Sinai hast Du in eine Wolke gehüllt, als Mose mit Gott redete.
Das Volk Israel hast Du in einer Wolke begleitet und geführt.
Maria hast Du überschattet, damit sie den Sohn Gottes im Fleisch empfangen konnte.
Hülle auch uns mit Deiner Gegenwart ein, damit alles, was wir tun und denken, von Deiner Gegenwart erfüllt ist.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Das Licht

Gott Heiliger Geist!
Mit dem Vater und dem Sohn bist Du das eine göttliche Licht.
Niemand hat dieses Licht gesehen außer dem Sohn, der uns gesandt ist.
In der Taufe ist dieses unerschaffene Licht in unseren Herzen aufgeleuchtet.
In Deinem Licht rufst Du uns, Kinder des Lichtes in dieser Welt der Finsternis zu sein.
Hilf uns, dass dieses Licht immer heller aus unserem Leben leuchtet.
Reinige uns immer wieder neu, wenn wir es durch unsere Sünden verdunkelt haben.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Das Siegel

Gott Heiliger Geist!
Du bist das Siegel, mit dem der Vater den Sohn beglaubigt hat.
In Christus hat uns der Vater auch dieses Siegel eingeprägt.
Präge Dich unseren Herzen so tief ein, damit wir auf immer Dir gehören.
Hilf uns, dieses Siegel zu bewahren bis zum Tage des Erlösung, auf dass auch wir zu
denen gehören, die Du einst in die Heilige Stadt Jerusalem aufnehmen wirst.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Die Hand

Gott Heiliger Geist!
Du bist die Hand Gottes, die alles trägt.
Du bist die Hand, die Jesus den Kranken aufgelegt und mit der Er die Kinder gesegnet hat.
Durch die Auflegung der Hände empfangen wir Dich in den Sakramenten der Kirche.
Weil Du Deine Hand über uns breitest, können wir unsere Hände zu Dir erheben.
Weil Du Dein Haus baust, können wir mitbauen an einer neuen Welt.
Hilf uns, unsere Herzen in Deine Hand zu legen und im Vertrauen auf Dich zu leben.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Der Finger

Gott Heiliger Geist!
Seh' ich den Himmel, das Werk Deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt, dann erfüllt Staunen mein Herz.
Durch Dich treibt Jesus die Dämonen aus.
Mit Deinem Finger hat einst Gott das Gesetz auf steinerne Tafeln geschrieben.
Der Brief Christi ist mit Deinem Geist in unsere Herzen von Fleisch geschrieben.
Komm Heiliger Geist, komm Finger der Rechten des Vaters und mache alles neu.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

Die Taube

Gott Heiliger Geist!
Du bist die Taube, die über allem schwebt.
Von Anbeginn der Schöpfung an schwebtest du über den Wassern der Urflut.
Ab Ende der großen Flut sandtest Du die Taube, die von Noach aus der Arche herausgelassen worden war, mit einem frischen Ölzweig zurück, zum Zeichen, dass die Erde wieder bewohnbar war.
Als Jesus aus dem Wasser seiner Taufe steigt, lässt Du Dich wie eine Taube auf Ihn nieder und ruhst auf Ihm.
Als wir getauft wurden, senktest du Dich in unsere gereinigten Herzen und nahmst sie zu Deiner Wohnung.
Mache uns immer würdiger Deiner Gegenwart, dass auch wir Boten des Friedens und des Heils in dieser Welt sind.
Das gewähre uns der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.

 

 

 



[1] Caterina von Siena, Gespräch von Gottes Vorsehung, Johannes Verlag Einsiedeln, 2. Auflage 2010, S. 196

[2] Ebd. S. 180